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Die schwarze Katze. Der entwendete Brief


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Rezension von

Lesefreund

Die schwarze Katze. Der entwendete Brief Dietrich Klose hat für den Reclam-Verlag zwei Erzählungen des berühmten amerikanischen Autors Edgar Allan Poe in einer zweisprachigen Ausgabe zusammengestellt. Zum einen handelt es sich um die zum Teil mehr als gruselige Geschichte „Die schwarze Katze“, bei ein Ehepaar scheinbar durch die Dämonie eines Tiers ins Unglück gestürzt wird. Doch die Tragödie ist hausgemacht, wie Poe zeigt. Es ist nicht die Katze, vielmehr sind es die Mensch selbst, die ihre eigene – verhüllte – Bösartigkeit auf andere übertragen, um sich von Selbstvorwürfen freisprechen zu können. Die zweite Erzählung Poes folgt dem Muster der Detektivgeschichte. Im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelt, geht um ein wichtiges Beweisstück, dass händeringend gesucht wird. Gleichzeitig würde es seinen Besitzer entlarven und wird von diesem und anderen daher sorgsam verborgen. Allein der Scharfsinn des Polizeipräfekten kommt dem Dokument dann doch auf die Schliche. Dies war von Beginn der Geschichte an zu erwarten, so dass der Leser an dieser Stelle nicht viel Neues erfährt. Es geht vielmehr um das Wie als um das Was der Ereignisse. Was beiden Erzählungen gleichermaßen anhaftet, ist das Moment des Spannenden. Bei der „Schwarzen Katze“ entfaltet sich dieses in Form eines beklemmenden Grusels, der beim Lesen zum Teil schaurig den Rücken herunterläuft. Es ist erstaunlich, wie sehr dieser Text die individuelle Stimmung zu beeinflussen vermag. Für den „Entwendeten Brief“ sind es die Neugierde und das Spiel mit dem Zufall, welche Spannung vermitteln. Zwischen den vielen kleinen Details der Geschichte bleibt es bis zum Ende ungeklärt, wie und warum sich die Ereignisse bisher genau auf die vom Autor beschriebene Weise zugetragen haben. Klärung kann nur der „Entwendete Brief“ schaffen, den der Leser nach kurzer Zeit eben so ungeduldig zu sehen wünscht wie der forschende Protagonist der Geschichte. Poe gelingt es, den Leser in besonderer Weise bei spannender bis gruseliger Laune zu halten. Von den beiden im Umfang doch recht kleinen Texten geht eine verhältnismäßig starke Wirkung aus, und da Poes Erzählungen in dieser Ausgabe sowohl in Englisch als auch in Deutsch vorliegen, kann auch in der Originalsprache geschmökert werden. Insofern ist die Präsentationsweise der beiden Texte hochmodern, da – ähnlich wie beim Medium DVD – der Leser selbst entscheiden kann, welcher Sprachversion er jeweils den Vorzug gibt. Dass Poes Texte auch in der Übersetzung Dietrich Kloses ihre spannungsentfaltende Wirkung zeigen, sei abschließend noch einmal nachdrücklich erwähnt.

Dietrich Klose hat für den Reclam-Verlag zwei Erzählungen des berühmten amerikanischen Autors Edgar Allan Poe in einer zweisprachigen Ausgabe zusammengestellt. Zum einen handelt es sich um die zum Teil mehr als gruselige Geschichte „Die schwarze Katze“, bei ein Ehepaar scheinbar durch die Dämonie eines Tiers ins Unglück gestürzt wird. Doch die Tragödie ist hausgemacht, wie Poe zeigt. Es ist nicht die Katze, vielmehr sind es die Mensch selbst, die ihre eigene – verhüllte – Bösartigkeit auf andere übertragen, um sich von Selbstvorwürfen freisprechen zu können.

Die zweite Erzählung Poes folgt dem Muster der Detektivgeschichte. Im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelt, geht um ein wichtiges Beweisstück, dass händeringend gesucht wird. Gleichzeitig würde es seinen Besitzer entlarven und wird von diesem und anderen daher sorgsam verborgen. Allein der Scharfsinn des Polizeipräfekten kommt dem Dokument dann doch auf die Schliche. Dies war von Beginn der Geschichte an zu erwarten, so dass der Leser an dieser Stelle nicht viel Neues erfährt. Es geht vielmehr um das Wie als um das Was der Ereignisse.

Was beiden Erzählungen gleichermaßen anhaftet, ist das Moment des Spannenden. Bei der „Schwarzen Katze“ entfaltet sich dieses in Form eines beklemmenden Grusels, der beim Lesen zum Teil schaurig den Rücken herunterläuft. Es ist erstaunlich, wie sehr dieser Text die individuelle Stimmung zu beeinflussen vermag. Für den „Entwendeten Brief“ sind es die Neugierde und das Spiel mit dem Zufall, welche Spannung vermitteln. Zwischen den vielen kleinen Details der Geschichte bleibt es bis zum Ende ungeklärt, wie und warum sich die Ereignisse bisher genau auf die vom Autor beschriebene Weise zugetragen haben. Klärung kann nur der „Entwendete Brief“ schaffen, den der Leser nach kurzer Zeit eben so ungeduldig zu sehen wünscht wie der forschende Protagonist der Geschichte.

Poe gelingt es, den Leser in besonderer Weise bei spannender bis gruseliger Laune zu halten. Von den beiden im Umfang doch recht kleinen Texten geht eine verhältnismäßig starke Wirkung aus, und da Poes Erzählungen in dieser Ausgabe sowohl in Englisch als auch in Deutsch vorliegen, kann auch in der Originalsprache geschmökert werden. Insofern ist die Präsentationsweise der beiden Texte hochmodern, da – ähnlich wie beim Medium DVD – der Leser selbst entscheiden kann, welcher Sprachversion er jeweils den Vorzug gibt. Dass Poes Texte auch in der Übersetzung Dietrich Kloses ihre spannungsentfaltende Wirkung zeigen, sei abschließend noch einmal nachdrücklich erwähnt.

geschrieben am 04.01.2008 | 383 Wörter | 2166 Zeichen

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