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Die OSGi Service Platform


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Informationen zum Buch
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  Extras

Rezension von

Marc-Florian Wendland

Die OSGi Service Platform Modularisierung in Java-Systemen wurde lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Bis zum heutigen Tage findet sich in der Java-Spezifikation kein zufriedenstellender Mechanismus, um (Teil-)Komponenten effektiv voneinander zu isolieren, um die Wartbarkeit des Gesamtsystems zu erleichtern. Durch strenge Programmierdisziplin und „Coding Conventions“ wurden vielerorts die Modifier (private, protected, public und packagewide) dazu verwendet, um eine Modularisierung zumindest teilweise umzusetzen. Die OSGI Alliance hat sich bereits 1999 diesem offensichtlichen und bis heute nicht behobenen Mangel der Java-Spezifikation angenommen und ein Konzept erarbeitet, mit dem ein dynamisches Modulsystem realisiert und implementiert werden kann. Das Buch „Die OSGI Service Platform“ gliedert sich in 3 Abschnitte, die aufeinander aufbauend, die Quintessenz der OSGI-Spezifikations-Dokumente aufbereiten und verdeutlichen. Der erste Teil widmet sich zunächst theoretischen Überlegungen über die Notwendigkeit eines Modulkonzepts und die Vorteile, die die OSGi Service Platform bietet. Dem folgend steigen die Autoren bereits praktisch in den konzeptionellen Aufbaus des Frameworks ein, besprechen die grundlegenden Features. Dazu zählen etwa Bundle-Abhängigkeiten, das ClassLoading-Procedere, sowie Services und dynamische Services, aber auch Security, Deployment und Packaging. Sind jene fundamentalen Techniken erklärt, widmen sich die Autoren den so genannten Standard Services, auf die Entwickler zurückgreifen können. Hier werden Themen wie Preferences, Authentifizierungsverfahren samt Rollenkonzepte oder Management Agents praxisnah diskutiert und demonstriert. Abschließend bietet der dritte Teil des Buches einen Überblick über die Equinox-spezifischen Erweiterungen, also jene Erweiterungen mit denen Plugins für die Entwicklungsumgebung Eclipse definiert und implementiert werden. Ein deutsches Buch, das eine englischsprachige Spezifikation rezitiert, muss sich stets Stimmen erwehren, es handle sich bei der Lektüre lediglich um eine aufbereitete Übersetzung. In einigen Fällen mag dies zutreffen, die „OSGi Service Platform“ gehört allerdings nicht dazu. Natürlich hangeln die Autoren sich an der OSGi-Spezifikationen entlang, heben sich jedoch deutlich von einfallslosen, reinen Übersetzungen ab. Jedes Kapitel wird mit einer Tutorial ähnlichen Einführung in das jeweils angeführte Konzept begonnen, welches später detailliert diskutiert wird. Dieser sehr nachvollziehbare, praktische Anteil schürt das Gesamtverständnis enorm, sowohl im globalen Kontext des Frameworks als auch bezüglich des soeben vorgestellten Konzepts. Der Leser weiß bereits nach dem Tutorial-Einstieg, in welchem Bezug diese Technik zum Gesamtkontext der OSGi Service Platform steht und welcher Notwendigkeit sie entsprang. Konzeptionell ist das Buch insbesondere durch die Tutorials gelungen, denn die Autoren schaffen dadurch etwas, dass anderen Büchern oftmals nicht gelingt: das Framework wird konturiert, gewinnt an Prägnanz . Die OSGi Service Platform ist sicherlich kein unkompliziertes System, dennoch ist der Leser nach Lektüre des Buches gut gerüstet um einerseits effektiv mit der Entwicklung von Bundles zu beginnen und andererseits die OSGi-Spezifikationen zum intensivierten (Selbst-)Studium heranzuziehen., ohne sich dort zu verlieren. Es sei aber betont, dass das vorliegende Buch einen sehr umfangreichen Einstieg bietet, der für die meisten Entwickler vollkommen ausreichend ist. Lediglich bei tiefer greifenden Fragen ist der Griff zur Spezifikation unvermeidlich. „Die OSGi Service Platform“ hat meine Erwartungen um Längen übertroffen. Die Schreibe der Autoren ist angenehm zu lesen, ermüdet nicht, offenbart sich gekonnt und flüssig. Man merkt deutlich, dass die Autoren a) wissen wovon sie schreiben und b) überzeugt sind von dem, was sie und wie sie es schreiben. Ihnen ist der sensible Spagat zwischen formaler Spezifikation und kurzweiliger und informativer Lektüre hervorragend geglückt. Das Buch ist für jeden besonders zu empfehlen, der sich mit der faszinierenden OSGi Platform auseinander setzen möchte. Auf die Equinox-Implementierung als OSGi-Engine zu setzen erweist sich als strategisch weitsichtiger Schachzug. Zum einen, da die Equinox durch die Eclipse-Community eine rege Entwicklergemeinde und einen sehr umfassenden Support besitzt, zum anderen, da die Autoren dadurch ebenfalls jene Entwickler ansprechen, die sich in die Eclipse-Plugin-Programmierung einarbeiten wollen, für die ein gewisses Verständnis der grundlegenden Basistechnologie unvermeidlich ist. Daher eignet sich das Buch für beide Zielgruppen gleichermaßen, sowohl zum Erststudium als auch – dank der Tutorials – als praxisnahes Nachschlagewerk. Fazit: Ein überaus gelungenes und hervorragendes Buch, das durch sein ungewohntes (Tutorial-)Konzept, der angenehm Schreibweise und dem fundiert aufbereiteten Informationsgehalt hervorsticht. Das Buch gehört zu einem der besten Fachbücher, die mir in der letzten Zeit vorlagen. Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt total im Rahmen; ein absoluter Kauftipp!

Modularisierung in Java-Systemen wurde lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Bis zum heutigen Tage findet sich in der Java-Spezifikation kein zufriedenstellender Mechanismus, um (Teil-)Komponenten effektiv voneinander zu isolieren, um die Wartbarkeit des Gesamtsystems zu erleichtern. Durch strenge Programmierdisziplin und „Coding Conventions“ wurden vielerorts die Modifier (private, protected, public und packagewide) dazu verwendet, um eine Modularisierung zumindest teilweise umzusetzen. Die OSGI Alliance hat sich bereits 1999 diesem offensichtlichen und bis heute nicht behobenen Mangel der Java-Spezifikation angenommen und ein Konzept erarbeitet, mit dem ein dynamisches Modulsystem realisiert und implementiert werden kann.

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Das Buch „Die OSGI Service Platform“ gliedert sich in 3 Abschnitte, die aufeinander aufbauend, die Quintessenz der OSGI-Spezifikations-Dokumente aufbereiten und verdeutlichen. Der erste Teil widmet sich zunächst theoretischen Überlegungen über die Notwendigkeit eines Modulkonzepts und die Vorteile, die die OSGi Service Platform bietet. Dem folgend steigen die Autoren bereits praktisch in den konzeptionellen Aufbaus des Frameworks ein, besprechen die grundlegenden Features. Dazu zählen etwa Bundle-Abhängigkeiten, das ClassLoading-Procedere, sowie Services und dynamische Services, aber auch Security, Deployment und Packaging.

Sind jene fundamentalen Techniken erklärt, widmen sich die Autoren den so genannten Standard Services, auf die Entwickler zurückgreifen können. Hier werden Themen wie Preferences, Authentifizierungsverfahren samt Rollenkonzepte oder Management Agents praxisnah diskutiert und demonstriert.

Abschließend bietet der dritte Teil des Buches einen Überblick über die Equinox-spezifischen Erweiterungen, also jene Erweiterungen mit denen Plugins für die Entwicklungsumgebung Eclipse definiert und implementiert werden.

Ein deutsches Buch, das eine englischsprachige Spezifikation rezitiert, muss sich stets Stimmen erwehren, es handle sich bei der Lektüre lediglich um eine aufbereitete Übersetzung. In einigen Fällen mag dies zutreffen, die „OSGi Service Platform“ gehört allerdings nicht dazu. Natürlich hangeln die Autoren sich an der OSGi-Spezifikationen entlang, heben sich jedoch deutlich von einfallslosen, reinen Übersetzungen ab. Jedes Kapitel wird mit einer Tutorial ähnlichen Einführung in das jeweils angeführte Konzept begonnen, welches später detailliert diskutiert wird. Dieser sehr nachvollziehbare, praktische Anteil schürt das Gesamtverständnis enorm, sowohl im globalen Kontext des Frameworks als auch bezüglich des soeben vorgestellten Konzepts. Der Leser weiß bereits nach dem Tutorial-Einstieg, in welchem Bezug diese Technik zum Gesamtkontext der OSGi Service Platform steht und welcher Notwendigkeit sie entsprang.

Konzeptionell ist das Buch insbesondere durch die Tutorials gelungen, denn die Autoren schaffen dadurch etwas, dass anderen Büchern oftmals nicht gelingt: das Framework wird konturiert, gewinnt an Prägnanz . Die OSGi Service Platform ist sicherlich kein unkompliziertes System, dennoch ist der Leser nach Lektüre des Buches gut gerüstet um einerseits effektiv mit der Entwicklung von Bundles zu beginnen und andererseits die OSGi-Spezifikationen zum intensivierten (Selbst-)Studium heranzuziehen., ohne sich dort zu verlieren. Es sei aber betont, dass das vorliegende Buch einen sehr umfangreichen Einstieg bietet, der für die meisten Entwickler vollkommen ausreichend ist. Lediglich bei tiefer greifenden Fragen ist der Griff zur Spezifikation unvermeidlich.

„Die OSGi Service Platform“ hat meine Erwartungen um Längen übertroffen. Die Schreibe der Autoren ist angenehm zu lesen, ermüdet nicht, offenbart sich gekonnt und flüssig. Man merkt deutlich, dass die Autoren a) wissen wovon sie schreiben und b) überzeugt sind von dem, was sie und wie sie es schreiben. Ihnen ist der sensible Spagat zwischen formaler Spezifikation und kurzweiliger und informativer Lektüre hervorragend geglückt.

Das Buch ist für jeden besonders zu empfehlen, der sich mit der faszinierenden OSGi Platform auseinander setzen möchte. Auf die Equinox-Implementierung als OSGi-Engine zu setzen erweist sich als strategisch weitsichtiger Schachzug. Zum einen, da die Equinox durch die Eclipse-Community eine rege Entwicklergemeinde und einen sehr umfassenden Support besitzt, zum anderen, da die Autoren dadurch ebenfalls jene Entwickler ansprechen, die sich in die Eclipse-Plugin-Programmierung einarbeiten wollen, für die ein gewisses Verständnis der grundlegenden Basistechnologie unvermeidlich ist. Daher eignet sich das Buch für beide Zielgruppen gleichermaßen, sowohl zum Erststudium als auch – dank der Tutorials – als praxisnahes Nachschlagewerk.

Fazit: Ein überaus gelungenes und hervorragendes Buch, das durch sein ungewohntes (Tutorial-)Konzept, der angenehm Schreibweise und dem fundiert aufbereiteten Informationsgehalt hervorsticht. Das Buch gehört zu einem der besten Fachbücher, die mir in der letzten Zeit vorlagen. Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt total im Rahmen; ein absoluter Kauftipp!

geschrieben am 24.08.2008 | 655 Wörter | 4422 Zeichen

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