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Interviews

Starke Frauen ... kein Kochen – Ein Interview mit Monika Felten


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Starke Frauencharaktere, die die Welt vor dem Bösen bewahren – das ist das Markenzeichen der Fantasyautorin Monika Felten. Nach nunmehr einigen Trilogien präsentierte Monika Felten mit "Die Königin der Schwerter" mal wieder einen eigenständigen Roman. Grund genug für webcritics.de hinter die Fassaden der Schriftstellerin zu schauen, die durch ihre starken frauen bekannt wurde.

Marc-Florian Wendland: Hallo Monika, schön dass du dir Zeit nimmst. Wir haben etwa zur selben Zeit unseren Debütroman veröffentlicht. Seither hat deine Karriere einen steilen Weg genommen. Bei einer der ersten Mails zwischen uns, sagtest du noch, dass du nicht von der Schreiberei leben könntest. Dies hat sich augenscheinlich geändert. Sag, wo liegt deiner Meinung nach das Geheimnis deines Erfolges?

Monika Felten: So geheimnisvoll ist das gar nicht. Ich denke, es gibt drei Gründe: Zuerst zitiere ich mal eine Mitarbeiterin des Verlags, die zu mir sagte: „Die beste Werbung ist immer noch die Mundpropaganda.“ Da ist ganz sicher etwas dran, denn obwohl ich bei einem großen Verlag unter Vertrag bin, wurden meine Bücher nicht übermäßig viel beworben. Ich nehme mal an, sie werden aber von den Lesern, denen sie gefallen, gern weiterempfohlen und das ist mehr Wert als jede Anzeige in einer Zeitung. Natürlich muss das Buch erst einmal zum Leser kommen und das geht nur über die Präsenz im Buchhandel. Um in Deutschland, Österreich und in der Schweiz auf den Tischen der Buchhändler zu landen, bedarf es schon einiger reger Vertreter und die leisten sich vornehmlich die großen Verlage. Insofern habe ich es bei Piper natürlich etwas einfacher, präsent zu sein und die wertvolle Mundpropaganda anzukurbeln, als in einem Kleinverlag. Drittens habe ich durch das Jugendbuch den Vorteil, dass auch sehr junge Leser schon meinen Namen kennen. Wie aus den Mails erfahre, die ich immer wieder bekomme, greifen viele dieser Leser später auch gern zu meinen „Erwachsenenbüchern.“ Das freut mich und bestätigt mich darin, im Jugendbuch auch in Zukunft weiter zu schreiben.

Marc-Florian Wendland: Ich glaube ich sage nichts falsches, wenn ich dir einen Drang zu umfangreichen Epen und mehrbändigen Geschichten unterstelle. Woher nimmst du die Ideen für solch ausschweifenden Welten?

Monika Felten: Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber sie entwickeln sich fast von allein. Ich bin nicht der Typ Autor, der sein Manuskript kapitelweise strukturiert ehe er den ersten Satz schreibt. Ich lasse mich gern überraschen. Wenn ich den Kern der Geschichte und eine grobe Vorstellung von der Handlung habe, formt sich das Land so nach und nach von selbst. Anders als viele Autorenkollegen, kann ich keine Rollenspielerfahrung vorweisen, auf die ich beim Weltenbasteln und Entwerfen der Charaktere zurückgreifen kann. So sind es oft Fernsehbeiträge/-reportagen, die mich auf eine Idee bringen (so wie Newgrange in „Königin der Schwerter“) oder auch alltägliche Begebenheiten (wie das seltsame Gewinnspiel beim Bäcker). Da fließt so einiges zusammen und weil ich aus den Bauch heraus schreibe, ändert sich vieles auch noch während des Schreibprozesses.

Marc-Florian Wendland: Da Ausnahmen ja bekanntlich die Regel bestätigen, war dein letztes Buch 'Königin der Schwerter' ein eigenständiger Roman, mit abgeschlossenem Handlungsrahmen. War es eine Umstellung wieder ein kürzeres Werk zu schaffen?

Monika Felten: Der Einzeltitel war ein Wunsch von mir. Und nach den Serien auch eine Herausforderung. Ein wenig umstellen musste ich mich aber schon. Ich bin es durch die Trilogien ja gewohnt, meine Storys sehr breit anzulegen. Der Roman wurde dann zunächst auch umfangreicher als geplant und musste gekürzt werden. An einigen Stellen hat das Straffen der Story gut getan, aber es gehen leider auch immer Passagen verloren, die ich gern behalten hätte.

Marc-Florian Wendland: Und ganz ehrlich: Wird es eine Fortsetzung geben?

Monika Felten: Ganz ehrlich: Nein.

Marc-Florian Wendland: Neben Werken der klassischen Fantasy, veröffentlichst du immer wieder fantasievolle Jugend- bzw. Pferderomane. Fällt dir der Spagat zwischen den Genres schwer oder gibt es gar keinen Spagat?

Monika Felten: Wenn ich einen Roman beendet habe, schreibe ich am liebsten anschließend ein Jugendbuch. Das ist kein wirklicher Spagat, da ich der Fantasy ja treu bleibe. Fünf oder mehr Erzählstränge parallel laufen zu lassen und alles sinnvoll zu beenden, bedeutet für mich über viele Monate hinweg ein Höchstmaß an Konzentration. Das spritzige Thema Pferd-Fantasy mit nur einem oder zwei Protagonisten fühlt sich danach schon fast erholsam an. Es macht mir viel Spaß nach einem dicken Wälzer, dann etwas Kürzeres zu schreiben.

Marc-Florian Wendland: Wie lange benötigst du etwa für einen Roman? Oder anders: Wie sieht dein durchschnittlicher Tagesablauf aus?

Monika Felten: An einem Jugendbuch von 200 Seiten arbeite ich ca. 3 Monate.

An einem Buch wie „Die Königin der Schwerter“ mit 500 Seiten auch schon einmal 9 Monate. Das ist nicht gerade schnell, wenn ich sehe was einige Kollegen so zu Stande bringen, aber ich habe auch noch andere Verpflichtungen und arbeite quasi halbtags. Das sieht dann so aus: Meine kreative Arbeitszeit beginnt wenn meine Kinder aus dem Haus sind und endet, wenn sie aus der Schule kommen. In dieser zeit entstehen 3 – 5 Manuskriptseiten, die ich dann abends überarbeite. Nachmittags und abends ist Familiendienst angesagt. Nebenbei erledige ich alles, was nicht kreative Schreibarbeit ist . E-Mails, Interviews, Änderungen, Pflege meiner Homepage, etc... Unter Termindruck kommen auch schon mal kreative Nachtschichten hinzu, die gegen 22.00 Uhr beginnen, wenn hier im Haus Ruhe einkehrt, und bis 2.00 Uhr morgens dauern können. Leider kann ich morgens nicht ausschlafen, der Wecker klingelt immer um 6.00 Uhr.

Marc-Florian Wendland: Was macht Monika Felten neben der Schreiberei? Woher nimmst du Kraft bzw. lässt dich für weitere Geschichten inspirieren?

Monika Felten: Das frage ich mich auch manchmal. Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, ist nicht viel Übrig geblieben. Am liebsten gehe ich Essen. (Ich hasse es zu kochen.) Außerdem liebe ich alles, das sich wie Wellness anfühlt. Ich habe ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung. Das mit den neuen Ideen ist nicht leicht, vor allem weil es in der Fantasy eigentlich kaum etwas Neues zu schreiben gibt. Immer wenn man eine Idee hat, fällt einem garantiert jemand ein, der dieses oder jenes schon einmal in anderer Form niedergeschrieben hat. Inspirierend sind für mich immer die Gespräche mit meiner Zwillingsschwester. Im Brainstorming entwickelt sich so einiges, das in meinen Romanen Wurzeln schlägt. Entspannen kann ich mich wunderbar bei der Gartenarbeit, allerdings denke ich dabei ganz bewusst nicht an meine Texte, nur an das Unkraut.

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Marc-Florian Wendland: In einer letzten Mail sagtest du, dass du gerade ein Projekt abgegeben hast. Kannst du unseren Lesern vielleicht etwas mehr über dieses „Projekt“ sagen?

Monika Felten: Das Projekt war/ist ein Jugendbuch. Genauer gesagt, der dritte Ascalon-Band. Er erscheint im Sommer 2008 und entführt den Leser in die Welt von König Artus. Es wird in 2008 die einzige Neuerscheinung von mir sein, da ich in der Fantasy aus privaten Gründen ein Jahr pausiere. 2009 wird es dann voraussichtlich wieder zwei Neuerscheinungen von mir geben.

Marc-Florian Wendland: Vielen Dank, Monika und viel Erfolg für die Zukunft.

Monika Felten: Auch ich bedanke mich für das Interview.

Weitere Infos auf der Websites http://www.monikafelten.de. Rezenszierte Bücher von Monika Felten auf webcritics.de: 'Fantastische Weihnachten' vom Ueberreuter Verlag.