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Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate in Deutschland - eine kritische Beurteilung


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Rezension von

Christoph Kramer

Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate in Deutschland - eine kritische Beurteilung Diese Seminararbeit aus dem Jahr 2005 beschränkt sich im wesentlichen auf die – nicht ganz vollständige – Darstellung der damaligen familienpolitischen Positionen der Sinns, Bertrams, Rürups und des BMFSFJ. Die damals bereits vorhandenen und projektierten „Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate“ werden in einer sinnvollen Gliederung (finanzielle Transfers, steuerliche Vergünstigungen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen) der Reihe nach abgehandelt und fast durchweg als dem Zwecke dienlich beurteilt. Die im Titel angekündigte Kritik bezieht sich vor allem auf den Umfang der Leistungen, die eventuell nicht ausreichend sei. Explizit kritisiert wird das Ehegattensplitting - aber nicht etwa, weil es statt der Fertilität lediglich die (auch kinderlose) Ehe begünstigt, sondern weil es negative Anreize für die Gleichstellung der Geschlechter setze. Große Zustimmung findet das damals von der SPD geplante und inzwischen umgesetzte Elterngeld, dem allerdings attestiert wird, von der Idee der Chancengleichheit abzuweichen. Die Autorin bewegt sich insgesamt stark auf regierungsamtlicher Linie: insbesondere Akademikerinnen müßten mehr Kinder bekommen, dafür seien deren Opportunitätskosten zu senken, Frauenerwerbstätigkeit zu fördern, Kinderbetreuung auszubauen usw. Davon würde die Gesellschaft vor allem im Rentensystem und bei den Steuermehreinnahmen profitieren. Daneben wird ein Vorschlag aus dem Rostocker Max Planck Institut für demographische Forschung zur Verkürzung der Ausbildungszeiten aufgegriffen und eine „familienbewußte Personalpolitik“ (z.B. betriebliche Kinderbetreuung, gleitende Arbeitszeiten für Eltern .ä.) der Unternehmen gefordert. Die Arbeit endet mit einem herzhaften Plädoyer für die Einmischung des Staates in die privaten Familienangelegenheiten. Denn: „handelt es sich hier tatsächlich um eine rein private Sache? Die Gesellschaft lebt von Kindern und ist nur durch Kinder zu erhalten. Mehr Kinder bedeuten mehr Dynamik, mehr Innovation, mehr Wirtschaftswachstum und damit folglich auch mehr gesellschaftlichen Wohlstand und Lebensqualität. Das einzelne Individuum ist ökonomisch nicht mehr darauf angewiesen sich fortzupflanzen. Doch die Gesellschaft ist es!“ Was soll man dem noch hinzufügen?

Diese Seminararbeit aus dem Jahr 2005 beschränkt sich im wesentlichen auf die – nicht ganz vollständige – Darstellung der damaligen familienpolitischen Positionen der Sinns, Bertrams, Rürups und des BMFSFJ.

Die damals bereits vorhandenen und projektierten „Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate“ werden in einer sinnvollen Gliederung (finanzielle Transfers, steuerliche Vergünstigungen, gesellschaftliche Rahmenbedingungen) der Reihe nach abgehandelt und fast durchweg als dem Zwecke dienlich beurteilt. Die im Titel angekündigte Kritik bezieht sich vor allem auf den Umfang der Leistungen, die eventuell nicht ausreichend sei. Explizit kritisiert wird das Ehegattensplitting - aber nicht etwa, weil es statt der Fertilität lediglich die (auch kinderlose) Ehe begünstigt, sondern weil es negative Anreize für die Gleichstellung der Geschlechter setze. Große Zustimmung findet das damals von der SPD geplante und inzwischen umgesetzte Elterngeld, dem allerdings attestiert wird, von der Idee der Chancengleichheit abzuweichen.

Die Autorin bewegt sich insgesamt stark auf regierungsamtlicher Linie: insbesondere Akademikerinnen müßten mehr Kinder bekommen, dafür seien deren Opportunitätskosten zu senken, Frauenerwerbstätigkeit zu fördern, Kinderbetreuung auszubauen usw. Davon würde die Gesellschaft vor allem im Rentensystem und bei den Steuermehreinnahmen profitieren. Daneben wird ein Vorschlag aus dem Rostocker Max Planck Institut für demographische Forschung zur Verkürzung der Ausbildungszeiten aufgegriffen und eine „familienbewußte Personalpolitik“ (z.B. betriebliche Kinderbetreuung, gleitende Arbeitszeiten für Eltern .ä.) der Unternehmen gefordert.

Die Arbeit endet mit einem herzhaften Plädoyer für die Einmischung des Staates in die privaten Familienangelegenheiten. Denn: „handelt es sich hier tatsächlich um eine rein private Sache? Die Gesellschaft lebt von Kindern und ist nur durch Kinder zu erhalten. Mehr

Kinder bedeuten mehr Dynamik, mehr Innovation, mehr Wirtschaftswachstum und

damit folglich auch mehr gesellschaftlichen Wohlstand und Lebensqualität. Das einzelne Individuum ist ökonomisch nicht mehr darauf angewiesen sich fortzupflanzen. Doch die Gesellschaft ist es!“

Was soll man dem noch hinzufügen?

geschrieben am 03.07.2007 | 287 Wörter | 1989 Zeichen

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