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Herbst: Beginn


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Rezension von

Frank Drehmel

Herbst: Beginn Carl Henshawe, Emma Mitchell und Michael Collins gehören zu den Überlebenden einer globalen Epidemie, die binnen kĂŒrzester Zeit Milliarden von Menschen dahin gerafft hat. Traumatisiert durch das fĂŒrchterliche Sterben suchen sie zusammen mit anderen Leidensgenossen Unterschlupf in dem Gemeindehaus ihres kleinen englischen StĂ€dtchens. WĂ€hrend draußen Millionen von Leichen verwesen, wird die Stimmung innerhalb der Gruppe stĂŒndlich dĂŒsterer und verzweifelter. Dann erheben sich die ersten Toten, taumeln haltlos und harmlos, ohne jegliches Interesse an den Lebenden durch die stinkenden Straßen. Da die aktuelle Gefahr, die von diesen Wesen ausgeht, im Vergleich zum Seuchen- und Nahrungsmittelproblem gering erscheint, entschließen sich Carl, Emma und Michael, das Gemeindehaus zu verlassen, um woanders -in der Einsamkeit- Sicherheit zu suchen. Nach einer Reise durch eine verrottende Welt erreichen die drei einen verlassenen Hof. Dieses neue Asyl bietet nicht nur Schutz, sondern auch bescheidenen Komfort (in Form eines Generators). Doch je lĂ€nger sie an diesem Ort aufeinander hocken, desto mehr trĂŒbt sich die Stimmung der drei FlĂŒchtlinge. Und die Toten draußen in den WĂ€ldern werden zunehmend aggressiver. “Herbst Beginn” ist nach David Keenes “Das Reich der Siqqusim” ein weiterer Roman im noch kleinen Programm des Otherworld Verlags, der sich um verwesende Kadaver, wandelnde Tote und eine apokalyptische Endzeit-Vision rankt. DefĂ€tistische Leser mögen diese Tatsache fĂŒr den Ausdruck einer gewissen Ideenlosigkeit innerhalb der Horror-Gemeinde halten (und könnten sicherlich auch weitere Argumente hierfĂŒr anfĂŒhren), Optimisten werden einwerfen, dass sich eine gute Geschichte selbst vor einem vermeintlich ausgelutschten Hintergrund erzĂ€hlen lĂ€sst. Moody erfindet das Rad gewiss nicht neu, aber es gelingt ihm, eine klaustrophobisch bedrĂŒckende AtmosphĂ€re zu schaffen, zum einen durch die BeschrĂ€nkung auf wenige Charaktere und wenige Handlungsorte, zum anderen durch die Konzentration auf die Psychologie der Figuren; plakative Gewalt oder ein hoher Ekel-Faktor sind sein Anliegen nicht. Damit mag der Geschichte zwar der ganz große Horror abgehen - insbesondere die Exzessiv-Splatter-Fraktionn unter den Lesern dĂŒrfte unwillig den Kopf schĂŒtteln-, aber ein permanentes GefĂŒhl unterschwelliger Angst und Beklemmung sollte den meisten “normal gepolten” Grusel-Fans wohligen Spaß bereiten. Originell ist -in formaler Hinsicht- auf jeden Fall der Wechsel der ErzĂ€hlperspektive: so werden die drei Hauptprotagonisten jeweils als Ich-ErzĂ€hler eingefĂŒhrt, danach jedoch wechselt der Autor in den auktorialen Modus, um bei Gelegenheit wieder in die Ich-Perspektive zurĂŒckzuschwenken. Seine SchwĂ€chen teilt Moodys Roman mit vielen anderen des Genres und sie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: es fehlt oftmals das Zwingende, das auch rational handelnde Leser von der Ausweglosigkeit oder Notwendigkeit einer Entscheidung der Protagonisten ĂŒberzeugt; Gedanken wie “Man, sind die bescheuert!” oder “Hey, das könnte ich aber besser” sind fĂŒr eine Identifikation mit den Figuren eher hinderlich. Fazit: Eine gut geschriebene Zombie-Story, die weniger durch Gore- und Splatter-Szenen ĂŒberzeugt als vielmehr durch eine beklemmende AtmosphĂ€re.

Carl Henshawe, Emma Mitchell und Michael Collins gehören zu den Überlebenden einer globalen Epidemie, die binnen kĂŒrzester Zeit Milliarden von Menschen dahin gerafft hat. Traumatisiert durch das fĂŒrchterliche Sterben suchen sie zusammen mit anderen Leidensgenossen Unterschlupf in dem Gemeindehaus ihres kleinen englischen StĂ€dtchens. WĂ€hrend draußen Millionen von Leichen verwesen, wird die Stimmung innerhalb der Gruppe stĂŒndlich dĂŒsterer und verzweifelter.

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Dann erheben sich die ersten Toten, taumeln haltlos und harmlos, ohne jegliches Interesse an den Lebenden durch die stinkenden Straßen. Da die aktuelle Gefahr, die von diesen Wesen ausgeht, im Vergleich zum Seuchen- und Nahrungsmittelproblem gering erscheint, entschließen sich Carl, Emma und Michael, das Gemeindehaus zu verlassen, um woanders -in der Einsamkeit- Sicherheit zu suchen.

Nach einer Reise durch eine verrottende Welt erreichen die drei einen verlassenen Hof. Dieses neue Asyl bietet nicht nur Schutz, sondern auch bescheidenen Komfort (in Form eines Generators). Doch je lĂ€nger sie an diesem Ort aufeinander hocken, desto mehr trĂŒbt sich die Stimmung der drei FlĂŒchtlinge. Und die Toten draußen in den WĂ€ldern werden zunehmend aggressiver.

“Herbst Beginn” ist nach David Keenes “Das Reich der Siqqusim” ein weiterer Roman im noch kleinen Programm des Otherworld Verlags, der sich um verwesende Kadaver, wandelnde Tote und eine apokalyptische Endzeit-Vision rankt. DefĂ€tistische Leser mögen diese Tatsache fĂŒr den Ausdruck einer gewissen Ideenlosigkeit innerhalb der Horror-Gemeinde halten (und könnten sicherlich auch weitere Argumente hierfĂŒr anfĂŒhren), Optimisten werden einwerfen, dass sich eine gute Geschichte selbst vor einem vermeintlich ausgelutschten Hintergrund erzĂ€hlen lĂ€sst.

Moody erfindet das Rad gewiss nicht neu, aber es gelingt ihm, eine klaustrophobisch bedrĂŒckende AtmosphĂ€re zu schaffen, zum einen durch die BeschrĂ€nkung auf wenige Charaktere und wenige Handlungsorte, zum anderen durch die Konzentration auf die Psychologie der Figuren; plakative Gewalt oder ein hoher Ekel-Faktor sind sein Anliegen nicht. Damit mag der Geschichte zwar der ganz große Horror abgehen - insbesondere die Exzessiv-Splatter-Fraktionn unter den Lesern dĂŒrfte unwillig den Kopf schĂŒtteln-, aber ein permanentes GefĂŒhl unterschwelliger Angst und Beklemmung sollte den meisten “normal gepolten” Grusel-Fans wohligen Spaß bereiten.

Originell ist -in formaler Hinsicht- auf jeden Fall der Wechsel der ErzĂ€hlperspektive: so werden die drei Hauptprotagonisten jeweils als Ich-ErzĂ€hler eingefĂŒhrt, danach jedoch wechselt der Autor in den auktorialen Modus, um bei Gelegenheit wieder in die Ich-Perspektive zurĂŒckzuschwenken.

Seine SchwĂ€chen teilt Moodys Roman mit vielen anderen des Genres und sie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: es fehlt oftmals das Zwingende, das auch rational handelnde Leser von der Ausweglosigkeit oder Notwendigkeit einer Entscheidung der Protagonisten ĂŒberzeugt; Gedanken wie “Man, sind die bescheuert!” oder “Hey, das könnte ich aber besser” sind fĂŒr eine Identifikation mit den Figuren eher hinderlich.

Fazit: Eine gut geschriebene Zombie-Story, die weniger durch Gore- und Splatter-Szenen ĂŒberzeugt als vielmehr durch eine beklemmende AtmosphĂ€re.

geschrieben am 16.10.2007 | 441 Wörter | 2873 Zeichen

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