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Ein Spaziergang war es nicht


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Letterschming

Ein Spaziergang war es nicht „Ein Spaziergang war es nicht: Kindheiten zwischen Ost und West“ wurde im MĂ€rz 2012 von Anna und Susanne SchĂ€dlich herausgegeben. Das gebundene Buch mit einer Sammlung von achtzehn ErzĂ€hlungen erschien beim Heyne-Verlag. Anna und Susanne SchĂ€dlich haben es selbst erlebt: als sie noch Kinder waren, sind sie zusammen mit ihren Eltern aus der Heimat in der DDR nach Westdeutschland geflohen. In diesem Buch prĂ€sentieren sie eine eindrucksvolle Sammlung von Berichten, in denen die Kinder bekannter DDR-FlĂŒchtlinge zu Wort kommen. Sie schildern ihre Erfahrungen im Zuge der freiwilligen oder gezwungenen Flucht und beschreiben, wie es war, seine Heimat hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen. „Ein Spaziergang war es nicht“ rĂŒckt zum ersten Mal die Personen ins Licht, die bisher eher ignoriert wurden, wenn die Schicksale von DDR-FlĂŒchtlingen behandelt wurden: die Kinder. Anna und Susanne SchĂ€dlich ist es hier gelungen, zahlreiche Kinder prominenter Dissidenten zu einem gemeinsamen Buchprojekt zu motivieren. In dieser Sammlung von Kurzautobiographien berichten die heute Erwachsenen davon, wie sie den teilweise urplötzlichen Wechsel von Ost nach West erlebt haben. Sie erzĂ€hlen, wie es sich angefĂŒhlt hat, ohne Vorwarnung aus dem gewohnten Leben gerissen zu werden und wie sie den Druck wahrgenommen haben, der auch auf ihren Eltern lastete und unweigerlich auf die Kinder abgefĂ€rbt hat. „Ein Spaziergang war es nicht“ ist in jeder Hinsicht sehr eindrucksvoll. Auch wenn sich hier achtzehn verschiedene Autoren beteiligen, kann man durchweg sagen, dass einen das Buch in den Bann zieht und die Geschichten einen wirklich berĂŒhren. So ist es allen Autoren gelungen, ihre Empfindungen eindrĂŒcklich und nachvollziehbar zu beschreiben, um auch Lesern, die zu diesem Thema selbst keinen direkten Bezug haben, zu verdeutlichen, welche Bedeutung die Flucht aus der DDR fĂŒr ihr ganzes spĂ€teres Leben hat. Auch die Auswahl der Themen ist sehr gut gelungen. So erhĂ€lt der Leser einen breit gefĂ€cherten Überblick ĂŒber die Thematik. Es werden sowohl Schicksale von Kindern geschildert, deren Familien wĂ€rmstens empfangen wurden, als auch von Kindern, die zunĂ€chst als Sonderlinge galten und Schwierigkeiten hatten, sich in dem neuen Leben einzufinden, oder die sogar in Auffanglagern landeten. So werden beide Seiten der MĂŒnze gezeigt und vor allem die Unsicherheit wird deutlich, die die Kinder angesichts ihrer unbekannten Zukunft empfunden haben. Fazit: „Ein Spaziergang war es nicht“ liefert einem nicht nur viele Informationen ĂŒber die DDR-Zeit, sondern vermittelt dem Leser vor allem ein GefĂŒhl davon, was die Flucht aus der DDR bedeutet hat, wie andere BĂŒcher es kaum vermögen. Durch die Perspektive der Kinder werden die Emotionen, vor allem die Unsicherheit, viel greifbarer als durch die Sicht von damals schon Erwachsenen.

„Ein Spaziergang war es nicht: Kindheiten zwischen Ost und West“ wurde im MĂ€rz 2012 von Anna und Susanne SchĂ€dlich herausgegeben. Das gebundene Buch mit einer Sammlung von achtzehn ErzĂ€hlungen erschien beim Heyne-Verlag.

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Buchtitel
2
06.06.2016
4
06.06.2016

Anna und Susanne SchĂ€dlich haben es selbst erlebt: als sie noch Kinder waren, sind sie zusammen mit ihren Eltern aus der Heimat in der DDR nach Westdeutschland geflohen. In diesem Buch prĂ€sentieren sie eine eindrucksvolle Sammlung von Berichten, in denen die Kinder bekannter DDR-FlĂŒchtlinge zu Wort kommen. Sie schildern ihre Erfahrungen im Zuge der freiwilligen oder gezwungenen Flucht und beschreiben, wie es war, seine Heimat hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen.

„Ein Spaziergang war es nicht“ rĂŒckt zum ersten Mal die Personen ins Licht, die bisher eher ignoriert wurden, wenn die Schicksale von DDR-FlĂŒchtlingen behandelt wurden: die Kinder. Anna und Susanne SchĂ€dlich ist es hier gelungen, zahlreiche Kinder prominenter Dissidenten zu einem gemeinsamen Buchprojekt zu motivieren. In dieser Sammlung von Kurzautobiographien berichten die heute Erwachsenen davon, wie sie den teilweise urplötzlichen Wechsel von Ost nach West erlebt haben. Sie erzĂ€hlen, wie es sich angefĂŒhlt hat, ohne Vorwarnung aus dem gewohnten Leben gerissen zu werden und wie sie den Druck wahrgenommen haben, der auch auf ihren Eltern lastete und unweigerlich auf die Kinder abgefĂ€rbt hat.

„Ein Spaziergang war es nicht“ ist in jeder Hinsicht sehr eindrucksvoll. Auch wenn sich hier achtzehn verschiedene Autoren beteiligen, kann man durchweg sagen, dass einen das Buch in den Bann zieht und die Geschichten einen wirklich berĂŒhren. So ist es allen Autoren gelungen, ihre Empfindungen eindrĂŒcklich und nachvollziehbar zu beschreiben, um auch Lesern, die zu diesem Thema selbst keinen direkten Bezug haben, zu verdeutlichen, welche Bedeutung die Flucht aus der DDR fĂŒr ihr ganzes spĂ€teres Leben hat.

Auch die Auswahl der Themen ist sehr gut gelungen. So erhĂ€lt der Leser einen breit gefĂ€cherten Überblick ĂŒber die Thematik. Es werden sowohl Schicksale von Kindern geschildert, deren Familien wĂ€rmstens empfangen wurden, als auch von Kindern, die zunĂ€chst als Sonderlinge galten und Schwierigkeiten hatten, sich in dem neuen Leben einzufinden, oder die sogar in Auffanglagern landeten. So werden beide Seiten der MĂŒnze gezeigt und vor allem die Unsicherheit wird deutlich, die die Kinder angesichts ihrer unbekannten Zukunft empfunden haben.

Fazit: „Ein Spaziergang war es nicht“ liefert einem nicht nur viele Informationen ĂŒber die DDR-Zeit, sondern vermittelt dem Leser vor allem ein GefĂŒhl davon, was die Flucht aus der DDR bedeutet hat, wie andere BĂŒcher es kaum vermögen. Durch die Perspektive der Kinder werden die Emotionen, vor allem die Unsicherheit, viel greifbarer als durch die Sicht von damals schon Erwachsenen.

geschrieben am 22.05.2012 | 426 Wörter | 2459 Zeichen

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