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| Autor | Garth Stein | |
| Verlag | Droemer Knaur | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 318 | |
| Erscheinungsjahr | 2008 | |
| Extras | Schutzumschlag und Lesebändchen |

„Kein Rennen wurde je in der ersten Kurve gewonnen. Aber viele wurden dort verloren.“

Dieses Zitat aus dem Roman „Enzo. Die Kunst, ein Mensch zu sein“ von Garth Stein zieht sich durch die gesamte Geschichte. Die Geschichte von Denny, einem Rennfahrer, und seinem Labradormischling Enzo. Die beiden lernen im Laufe ihres Lebens, sich auch bei Regen nicht aus der Kurve schleudern zu lassen. Und dies darf durchaus im übertragenen Sinne verstanden werden.
In seinen letzten Stunden als alter, schwacher Hund erinnert Enzo sich an sein Leben. Daran, dass er von Denny aus einem ganzen Knäuel Welpen in einer Stadt namens Spangle im Osten von Washington ausgewählt wurde. An ihr gemeinsames Männerleben und schließlich den Einzug von Eve, Dennys Frau. Als dann auch Zoe geboren wird, scheint das Glück perfekt und Enzo widmet sich seiner Lieblingsbeschäftigung: Dem Philosophieren. Außerdem entwickelt er eine große Vorliebe fürs Fernsehen. Neben Rennen schaut er gerne Dokumentationen. Durch eine Sendung des National Geographic erfährt er, dass wenn in der Mongolei ein Hund stirbt, er in seinem nächsten Leben als Mensch auf die Welt kommt. Dies hält Enzo auch für sein Schicksal und wünscht sich nichts Sehnlicheres. Er will daher viel von den Menschen lernen, um auf sein nächstes Leben vorbereitet zu sein. Eines kann er jedoch als Hund bereits besser als jeder Mensch: Zuhören!
Doch dann wird Eve schwer krank und Denny muss um das Sorgerecht seiner Tochter kämpfen – ziemlich viel Regen in den engen Kurven des Lebens. Doch: „Was du tust liegt vor dir. Es ist niemals zu spät. Die Dinge ändern sich.“
Garth Stein, amerikanischer Filmregisseur und Produzent, erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen und besonderen Freundschaft. Streckenweise sehr philosophisch, manchmal etwas zu kitschig und dann wieder sehr rührend. Nach der Lektüre dieses Buches hat man einen guten Einblick in die Geschichte der Rennfahrt gewonnen und spätestens jetzt weiß man: „Nicht der Affe ist der nächste Verwandte des Menschen, sondern der Hund.“
Der englische Titel dieses Buches passt deutlich besser: „ Art of Racing in the Rain.“ Darum geht es in diesem Buch. Die Philosophie: „Es hat nichts Unehrenhaftes, ein Rennen zu verlieren. Die einzige Schande besteht darin, gar nicht erst an den Start zu gehen“ – wird aus der Perspektive des Hundes beobachtet und von ihm entwickelt. Enzo bedauert mit zutiefst menschlichen Gedanken, nicht in die Geschehnisse eingreifen und sich verständlich machen zu können – dies gelingt ihm nur einmal im Traum mithilfe eines Stimmensynthesizers a la Stephen Hawking - er beobachtet aber alles, erleidet, erduldet und triumphiert und ist der sachliche Beobachter, der alles für den Leser beschreibt.
Das Cover auf der Schutzfolie scheint etwas altbacken, ist aber immerhin biologisch abbaubar. Stellenweise ist die Geschichte etwas zu philosophisch und langatmig – besonders die Stellen, die sich ausführlich mit dem Rennfahren beschäftigen. Die eigentliche Handlung ist teils vorhersehbar – auch bedingt durch die Vorahnungen von Enzo, der beispielsweise Krankheiten riechen kann. Insgesamt dennoch eine unterhaltsame Lektüre, die bereits in über 20 Länder verkauft worden ist.
geschrieben am 19.01.2009 | 491 Wörter | 2778 Zeichen
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