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Freestyle


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Rezension von

Ragan Tanger

Freestyle Leistungsgerecht Je mehr Bücher im Rahmen der Fitnesswelle auf den Markt kommen, umso deutlicher wird die allgemeine Sehnsucht nach natürlichem Bewegungsverhalten, nach Harmonie, die sich heute aber zuvorderst in Leistung und Funktionalität ausdrückt. Das ist ausdrücklich nicht natürlich, sondern kulturell, und ob es gesundheitsfördernd ist, ist eher fragwürdig. Zumindest kann man es optimal unterstützen, wenn man sich im Rahmen der Leistung an der Natur orientiert. Carl Paoli, ein ehemaliger Geräteturner aus Spanien, ist mittlerweile einer der gefragtesten Fitnesstrainer weltweit und warum, das zeigt er in seinem großen Buch mit dem Namen Freestyle. Er bemüht sich im Gegensatz zu ganz vielen anderen um ein eigenes Konzept, um ein Verständnis für die Notwendigkeiten des Körpers, um Bewegungsbeobachtung, Feingefühl und Haltung. Das ist nicht immer weich und harmonisch, aber weil ja er auch kein Entspannungsbuch oder eine Form des Embodiement anbietet, sondern Fitness, nachzuvollziehen. Und das mit vier grundlegenden, sehr anspruchsvollen Bewegungen, die er im Einzelnen vorstellt, analysiert und zugänglich macht. Nicht dass das von heute auf morgen klappt, aber eine saubere Einbeinkniebeuge oder Handstand gehören zum Repertoire. Und können dank seiner Ideen auch tatsächlich erreicht werden,. Dazu hat man nicht nur genug Zeit, sondern auch genug Informationen. Das Buch ist richtig dick, über 400 Seiten lang und reichlich bebildert und voll mit Ideen und Anregungen, die Paoli ganz von sich selbst bezieht. Das wäre einer der Angriffspunkte des Buches, dass es kein Verweise und keine Literaturliste gibt. Seine Herangehensweise ist speziell, aber nicht einzigartig, seine Rückgriffe auf Trainingslehre, Bewegungslehre, Anatomie oder Physiologie am Lehrbuch orientiert. Das hätte ein wenig mehr Einordnung gebraucht. Wenn man sich grundsätzlich den paradoxen Fitnessgedanken moderner Menschen bewusst macht, ihn von einer Metaebene integriert und dann solche Fachliteratur zur Rate zieht, ist man zumindest auf der sicheren Seite, sich in eine Leistungsgesellschaft leistungsgerecht zu bewegen. Insgesamt eine sympathische und größtenteils überzeugende Neuerscheinung.

Leistungsgerecht

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Je mehr Bücher im Rahmen der Fitnesswelle auf den Markt kommen, umso deutlicher wird die allgemeine Sehnsucht nach natürlichem Bewegungsverhalten, nach Harmonie, die sich heute aber zuvorderst in Leistung und Funktionalität ausdrückt. Das ist ausdrücklich nicht natürlich, sondern kulturell, und ob es gesundheitsfördernd ist, ist eher fragwürdig. Zumindest kann man es optimal unterstützen, wenn man sich im Rahmen der Leistung an der Natur orientiert. Carl Paoli, ein ehemaliger Geräteturner aus Spanien, ist mittlerweile einer der gefragtesten Fitnesstrainer weltweit und warum, das zeigt er in seinem großen Buch mit dem Namen Freestyle. Er bemüht sich im Gegensatz zu ganz vielen anderen um ein eigenes Konzept, um ein Verständnis für die Notwendigkeiten des Körpers, um Bewegungsbeobachtung, Feingefühl und Haltung. Das ist nicht immer weich und harmonisch, aber weil ja er auch kein Entspannungsbuch oder eine Form des Embodiement anbietet, sondern Fitness, nachzuvollziehen.

Und das mit vier grundlegenden, sehr anspruchsvollen Bewegungen, die er im Einzelnen vorstellt, analysiert und zugänglich macht. Nicht dass das von heute auf morgen klappt, aber eine saubere Einbeinkniebeuge oder Handstand gehören zum Repertoire. Und können dank seiner Ideen auch tatsächlich erreicht werden,. Dazu hat man nicht nur genug Zeit, sondern auch genug Informationen. Das Buch ist richtig dick, über 400 Seiten lang und reichlich bebildert und voll mit Ideen und Anregungen, die Paoli ganz von sich selbst bezieht. Das wäre einer der Angriffspunkte des Buches, dass es kein Verweise und keine Literaturliste gibt. Seine Herangehensweise ist speziell, aber nicht einzigartig, seine Rückgriffe auf Trainingslehre, Bewegungslehre, Anatomie oder Physiologie am Lehrbuch orientiert. Das hätte ein wenig mehr Einordnung gebraucht.

Wenn man sich grundsätzlich den paradoxen Fitnessgedanken moderner Menschen bewusst macht, ihn von einer Metaebene integriert und dann solche Fachliteratur zur Rate zieht, ist man zumindest auf der sicheren Seite, sich in eine Leistungsgesellschaft leistungsgerecht zu bewegen. Insgesamt eine sympathische und größtenteils überzeugende Neuerscheinung.

geschrieben am 08.06.2015 | 304 Wörter | 1913 Zeichen

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