
| ISBN | 3833901845 | |
| Autoren | Lisa Roecker , Laura Roecker | |
| Verlag | Lübbe | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 368 | |
| Erscheinungsjahr | 2013 | |
| Extras | - |

"Die Lügengesellschaft" von den beiden Autorinnen Lisa und Laura Roecker ist seit Mai 2013 in gebundener Form beim Lübbe-Verlag erhältlich.

Die fünfzehnjährige Kate besucht die Pemberley Brown Academy, eine Eliteschule. Doch seit ihre beste Freundin Grace vor einem Jahr umgekommen ist, rebelliert sie gegen das tadellose Image der Schule, so oft sie kann. Kate läuft mit pink gefärbten Haaren herum und schottet sich immer mehr von ihren Mitschülern ab. Eines Tages erhält sie einen Brief – von Grace! Dieser teilt Kate mit, dass Graces Tod kein Unfall war. Kate wird neugierig und beginnt zu ermitteln. Dabei kommt sie Geheimnissen auf die Spur, für deren Geheimhaltung bestimmte Menschen alles tun würden.
Schon das Cover von "Die Lügengesellschaft" sorgt für eine sehr geheinmisvolle, mystische Stimmung. Die Efeuranken und die Kratzer auf dem Bild der Frau, bei der es sich wohl um Kate handelt, machen einen irgendwie antiken Eindruck. Dazu die düsteren Farben: ein perfekter Ausblick auf die finstere Atmosphäre des Romans. Schon auf den ersten Seiten nimmt man dieses ständige Gefühl der Bedrohung wahr. Dadurch wird alles, was geschieht, unheimlich und verdächtig, auch wenn es in Wahrheit vielleicht harmlos ist.
Kate ist eine sehr sympathische Protagonistin. Dass sie erst fünfzehn sein soll, kann man an ihrem Handeln und der Art, wie sie redet, nicht unbedingt erkennen. Von der Aufmachung des Buchs her hätte ich gedacht, dass sie älter ist und das Buch auch für ältere Leser gedacht ist. Tatsächlich kann es schon gut von Zwölfjährigen gelesen werden, aber es ist auch noch für Zwanzigjährige unterhaltsam. Das Alter der Protagonistin gerät schnell in Vergessenheit und man kann sich auch gut vorstellen, sie wäre älter. Kates Gefühle werden gut lesbar geschildert. Sie jammert nicht seitenlang herum, aber ihre Konflikte werden doch so ausführlich beschrieben, dass der Leser ihre Not nachempfinden kann.
Auch die anderen Figuren haben mir sehr gut gefallen. Über die meisten Charaktere wird lange Zeit wenig bekannt. So bleibt alles irgendwie vage. Man hat nie das Gefühl, eine Figur könnte einen nicht noch überraschen und im Inneren ganz anders gestrickt sein, abgesehen von Kate. Dabei wirken die Nebencharaktere sehr überzeugend. Sie haben alle ein paar markante Eigenschaften, die sie charakterisieren, und anstatt einfach nur mal sporadisch aufzutauchen, um Seiten zu füllen, hat man immer das Gefühl, dass jeder Charakter seine eigenen Ziele hat und diese sinnvoll verfolgt.
Mit knapp dreihundertsechzig Seiten handelt es sich schon um einen etwas umfangreicheren Roman. Meiner Meinung nach hätte das Buch aber ruhig noch etwas dicker ausfallen können. Die Autorinnen haben einfach wahnsinnig viel in die Geschichte reingepackt. So kommen mir manche Randfiguren zu kurz. Auch über die Hintergrundereignisse der Geschichte hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren. Sie werden letztlich etwas schnell abgehandelt.
Fazit: "Die Lügengesellschaft" ist ein spannender Roman für alle lesebegeisterten Jugendlichen, der durch eine sehr dichte und finstere Atmosphäre besticht. Sowohl die Protagonistin als auch die Nebencharaktere sind überzeugend und werden einem schnell sympathisch – oder unsympathisch, je nachdem, worauf die Autorinnen es anlegen. Obwohl manche Stellen ruhig noch etwas ausführlicher hätten sein können, ist es ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite Spaß macht.
geschrieben am 22.07.2013 | 515 Wörter | 2953 Zeichen
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