
| ISBN | 3442477077 | |
| Autor | Kerstin Pflieger | |
| Verlag | Goldmann | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | - | |
| Erscheinungsjahr | 2013 | |
| Extras | - |

Upgespaced – so präsentiert sich der Teenieroman von Kerstin Pflieger. Mit ihrem Roman über Sterne, Seelen und die erste große Liebe verlässt sie ihr bisher gewohntes Terrain des phantastischen Krimis und begibt sich in die Abgeschiedenheit eines kleinen Nestes mitten kurz vorm Nirgendwo. In diesem Nirgendwo unterdessen befindet sich ein Internat für Bonzenkinder – pardon: Kinder wohlhabender Eltern. Und in eben jenem verwunschenen Nest hat Thomas, der neue Lover von Lillys Mutter Moni, eine Anstellung als Lehrer bekommen.

Als wäre die Pampa nicht schon schlimm genug für Lilly, fängt ihr neuer Stiefbruder auf einmal an, sich äußerst seltsam zu benehmen. Ihr neuer Schwarm Raphael stößt sie tagsüber weit von sich weg und schleicht nachts höchst ominös durch den Wald und abgesehen von ziemlichen guten Freundinnen, die sie schnell im Schloss findet, wird sie zur Zielscheibe der Oberzicke in der Schule – und dann hat sie auch noch die Rektorin auf dem Kieker. Alles nicht so einfach für unsere 17jährige Protagonistin, die ihre Sache jedoch altersentsprechend bravoröus löst. So finden die alltäglichen Gefühlsregungen der Teenagerin – die verliebte Schwärmerei, das Gefühl des Alleineseins wegen der ständigen Umzüge Ihrer Mutter, die Freude an den Naturwissenschaften und die Abneigung gegenüber Fremdsprachen – ihren Platz in der Geschichte. Während die Situierung der Handlung also gut geglückt ist und auch die anderen Charaktere, ebenso wie Lilly plausibel dargestellt sind, hat mich das Ende des Buches schon ein wenig enttäuscht – verläuft es doch im Vergleich zur restlichen Geschichte zu glatt, zu schnell und mit einem sehr bizarren „Ah-ja“ Effekt, den der uralte Erzbösewicht aus der Torte hervorhüpfen lässt. Aber vielleicht ist dies ja dem Lese-Publikum geschuldet? Denn aufgrund der weiblichen Protagonistin und der aufkeimenden Romanze richtet sich das Buch eher an ein jüngeres (weibliches) Publikum, das durchaus begeistert sein darf.
Zwar bedient die Geschichte bisweilen bekannte Klischees (Internatszöglinge und ihre Lebensgeschichten, junge Liebe und der Weg zueinander, sowie die Liebe die den Tod besiegt), aber trotzdem noch abseits von allzuviel Kitsch und Schnulze darf sich die Leserschaft gespannt auf eine Reise in die phantastischen Hintergründe des Weltalls begeben.
Fazit: Kerstin Pflieger versteht es, mit ihrem neuen Welten-Herzchen-Roman die junge Leserschaft zu begeistern. Jenseits von alchemistischen Geheimgesellschaften erobert sie ein neues Publikum im Sturm und beweist, dass gute Autorenschaft sich auch auf ein stark differenziertes Repertoire aufweisen kann.
geschrieben am 09.02.2014 | 382 Wörter | 2284 Zeichen
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