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Dämonenhunger


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Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
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  Extras

Rezension von

Letterschming

Dämonenhunger Timothy Carter ist in England geboren und in Kanada aufgewachsen. Er schreibt phantastische Romane für Jugendliche. \"Dämonenhunger\", 2007 unter dem Originaltitel \"Epoch\" erschienen, ist seit Juli 2009 als Taschenbuchausgabe in Deutschland erhätlich. Der 14-jährige Vincent hat es nicht leicht mit seiner Familie. Seine Eltern und sein Bruder gehören dem Triumvirat an, einer strengen Sekte, die sich durch allerlei Demonstrationen bemerkbar macht. Engel, Dämonen, alles Quatsch, denkt Vincent, bis er eines Tages auf einen waschechten Elfen stößt. Gemeinsam mit seiner Freundin Chanteuse und seinem Bruder Max taucht er in die geheimnisvolle Welt der Elfen, Feen, Trolle und Zentauren ein, die keinswegs alle freundlich sind. Doch das ist nicht das Schlimmste. Der Menschheit bleiben nur noch wenige Tage bis zum Weltuntergang und seine Vorboten, sie bösartigen Dämonen, sind schon jetzt unterwegs und machen es Vincent und seinen Freunden schwer, das Schlimmste zu verhindern. Auf den ersten Blick scheint sich das Buch von der üblichen Durchschnittsfantasy abzuheben. Der Einband ist schön gestaltet und springt durch den Horizontaldruck sofort ins Auge. Die Kapitel sind – da ja alles mit dem Weltuntergang enden soll – rückwärts gezählt und mit weiteren Bildern von Dämonen versehen. Der Klappentext und der kurze Ausschnitt hinten auf dem Buch erwecken den Eindruck eines lustigen Romans, der auch für Ältere geeignet ist. Sowohl die Auflistung einiger wichtiger Regeln für die Apokalypse, als auch der Spruch \"Hast du ein Glotzproblem, oder warum starrst du so?\" hinten auf dem Buch weckt Lust auf mehr. Leider ist damit auch schon so ziemlich alles preisgegeben, was das Buch an Witzen zu bieten hat. Der Autor versucht zwar immer mal wieder, lustig zu sein, aber das gelingt ihm nicht sonderlich gut. Ein Punkt etwa ist das sprachliche Mittel des Vorwegnehmens eines Dialoges. Da steht bespielsweise: \"Die Welt würde untergehen. Sie mussten etwas unternehmen.\" und im nächsten Satz sagt dann jemand: \"Die Welt wird untergehen. Wir müssen etwas unternehmen.\" Na ja, beim ersten Mal noch ganz witzig, aber wenn man es zum zehnten oder zwanzigsten Mal liest, zweifelt man doch an der Kreativität des Autors. Auch die Handlung ist eher platt. Das meiste lässt sich haargenau vorhersagen und insgesamt schreitet das Geschehen viel zu schnell voran. Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern mangelt es hier tatsächlich an ausschmückenden Details. Die Charaktere werden nur oberflächlich beschrieben und sind sehr einseitig. Sie entwickeln sich nicht (oder kaum) und ihre Beweggründe sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Besonders mit der Hauptperson kann man als Leser überhaupt nicht mitfühlen, obwohl das ja einer der wichtigsten Bewertungspunkte eines Buches ist. Vincents Gedanken aber werden kaum geschildert – wenn, dann erfährt man meistens durch seine Selbstgespräche von Vincents Gefühlleben – und was man dann erfährt, führt weder dazu, dass man Vincent sympathischer findet, noch dazu, dass man ihn besser versteht. Die Handlungsorte werden eigentlich gar nicht beschrieben und die magischen Wesen – bei denen eine genaue Beschreibung ja am wichtigsten wäre – auch nur in ein oder zwei knappen Sätzen. Die Handlungsweisen der magischen Wesen sind daher öfters etwas verwirrend, weil die Einstellung des jeweiligen Exemplars wie auch die Denkweise seiner Art nicht klar wird. Weil die magischen Wesen teilweise aber ganz witzig und süß sind, wäre das Buch für jüngere Leser, besonders solche, die im Bereich der Fantasy noch nicht viel gelesen haben und daher vielleicht auch noch nicht so hohe Ansprüche haben, vielleicht ja noch ganz gut geeignet. Dagegen sprechen aber die gelegentlichen Kampfszenen, mit denen der Autor allem Anschein nach ziemlich verzweifelt versucht, noch ein bisschen Spannung in die Geschichte zu bringen. Doch dafür sind diese Sequenzen einfach zu unoriginell. Es gibt keine Helikopter, die von Autos abgeschossen werden oder Ähnliches. Stattdessen sind die Szenen eher so aufgebaut: Dämon knallt gegen Vincent. Vincent knallt gegen seinen Bruder. Alle fallen zu Boden. Elf knallt gegen alle. Fee knallt gegen alle. Vincent wird ohnmächtig. Aha. Außerdem sind diese Actionszenen an manchen Stellen einfach zu brutal, um für jüngere Leser wirklich geeignet zu sein. Ein Dämon, der sich durch einen toten Körper frisst und dann beim Sprechen an dessen Gliedmaßen herumkaut, ist sicher nichts für Zwölfjährige. Fazit: Die Grundidee ist gut und ein paar Kommentare sind auch tatsächlich witzig, aber es scheint als hätte der Autor diese Einfälle irgendwann mal zufällig gehabt und dann mit aller Gewalt in eine Geschichte gestopft, die weder besonders originell, noch übermäßig witzig oder gar spannend ist. Keinesfalls zu empfehlen.

Timothy Carter ist in England geboren und in Kanada aufgewachsen. Er schreibt phantastische Romane für Jugendliche. \"Dämonenhunger\", 2007 unter dem Originaltitel \"Epoch\" erschienen, ist seit Juli 2009 als Taschenbuchausgabe in Deutschland erhätlich.

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rezensiert seit
Buchtitel
2
06.06.2016
4
06.06.2016

Der 14-jährige Vincent hat es nicht leicht mit seiner Familie. Seine Eltern und sein Bruder gehören dem Triumvirat an, einer strengen Sekte, die sich durch allerlei Demonstrationen bemerkbar macht. Engel, Dämonen, alles Quatsch, denkt Vincent, bis er eines Tages auf einen waschechten Elfen stößt. Gemeinsam mit seiner Freundin Chanteuse und seinem Bruder Max taucht er in die geheimnisvolle Welt der Elfen, Feen, Trolle und Zentauren ein, die keinswegs alle freundlich sind. Doch das ist nicht das Schlimmste. Der Menschheit bleiben nur noch wenige Tage bis zum Weltuntergang und seine Vorboten, sie bösartigen Dämonen, sind schon jetzt unterwegs und machen es Vincent und seinen Freunden schwer, das Schlimmste zu verhindern.

Auf den ersten Blick scheint sich das Buch von der üblichen Durchschnittsfantasy abzuheben. Der Einband ist schön gestaltet und springt durch den Horizontaldruck sofort ins Auge. Die Kapitel sind – da ja alles mit dem Weltuntergang enden soll – rückwärts gezählt und mit weiteren Bildern von Dämonen versehen. Der Klappentext und der kurze Ausschnitt hinten auf dem Buch erwecken den Eindruck eines lustigen Romans, der auch für Ältere geeignet ist. Sowohl die Auflistung einiger wichtiger Regeln für die Apokalypse, als auch der Spruch \"Hast du ein Glotzproblem, oder warum starrst du so?\" hinten auf dem Buch weckt Lust auf mehr.

Leider ist damit auch schon so ziemlich alles preisgegeben, was das Buch an Witzen zu bieten hat. Der Autor versucht zwar immer mal wieder, lustig zu sein, aber das gelingt ihm nicht sonderlich gut. Ein Punkt etwa ist das sprachliche Mittel des Vorwegnehmens eines Dialoges. Da steht bespielsweise: \"Die Welt würde untergehen. Sie mussten etwas unternehmen.\" und im nächsten Satz sagt dann jemand: \"Die Welt wird untergehen. Wir müssen etwas unternehmen.\" Na ja, beim ersten Mal noch ganz witzig, aber wenn man es zum zehnten oder zwanzigsten Mal liest, zweifelt man doch an der Kreativität des Autors.

Auch die Handlung ist eher platt. Das meiste lässt sich haargenau vorhersagen und insgesamt schreitet das Geschehen viel zu schnell voran. Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern mangelt es hier tatsächlich an ausschmückenden Details. Die Charaktere werden nur oberflächlich beschrieben und sind sehr einseitig. Sie entwickeln sich nicht (oder kaum) und ihre Beweggründe sind nicht immer ganz nachvollziehbar. Besonders mit der Hauptperson kann man als Leser überhaupt nicht mitfühlen, obwohl das ja einer der wichtigsten Bewertungspunkte eines Buches ist. Vincents Gedanken aber werden kaum geschildert – wenn, dann erfährt man meistens durch seine Selbstgespräche von Vincents Gefühlleben – und was man dann erfährt, führt weder dazu, dass man Vincent sympathischer findet, noch dazu, dass man ihn besser versteht. Die Handlungsorte werden eigentlich gar nicht beschrieben und die magischen Wesen – bei denen eine genaue Beschreibung ja am wichtigsten wäre – auch nur in ein oder zwei knappen Sätzen. Die Handlungsweisen der magischen Wesen sind daher öfters etwas verwirrend, weil die Einstellung des jeweiligen Exemplars wie auch die Denkweise seiner Art nicht klar wird.

Weil die magischen Wesen teilweise aber ganz witzig und süß sind, wäre das Buch für jüngere Leser, besonders solche, die im Bereich der Fantasy noch nicht viel gelesen haben und daher vielleicht auch noch nicht so hohe Ansprüche haben, vielleicht ja noch ganz gut geeignet. Dagegen sprechen aber die gelegentlichen Kampfszenen, mit denen der Autor allem Anschein nach ziemlich verzweifelt versucht, noch ein bisschen Spannung in die Geschichte zu bringen. Doch dafür sind diese Sequenzen einfach zu unoriginell. Es gibt keine Helikopter, die von Autos abgeschossen werden oder Ähnliches. Stattdessen sind die Szenen eher so aufgebaut: Dämon knallt gegen Vincent. Vincent knallt gegen seinen Bruder. Alle fallen zu Boden. Elf knallt gegen alle. Fee knallt gegen alle. Vincent wird ohnmächtig. Aha. Außerdem sind diese Actionszenen an manchen Stellen einfach zu brutal, um für jüngere Leser wirklich geeignet zu sein. Ein Dämon, der sich durch einen toten Körper frisst und dann beim Sprechen an dessen Gliedmaßen herumkaut, ist sicher nichts für Zwölfjährige.

Fazit: Die Grundidee ist gut und ein paar Kommentare sind auch tatsächlich witzig, aber es scheint als hätte der Autor diese Einfälle irgendwann mal zufällig gehabt und dann mit aller Gewalt in eine Geschichte gestopft, die weder besonders originell, noch übermäßig witzig oder gar spannend ist. Keinesfalls zu empfehlen.

geschrieben am 02.11.2009 | 722 Wörter | 4139 Zeichen

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