
| ISBN | 3423133112 | |
| Autor | Wilhelm Genazino | |
| Verlag | dtv | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 160 | |
| Erscheinungsjahr | 2005 | |
| Extras | - |

Wilhelm Genazinos autobiographischer Roman "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" handelt von dem Jugendlichen Weigand, der, wie Genazino selbst, mit 17 Jahren die Schule abbricht und eine Ausbildung beginnt, jedoch darüber nicht seine Liebe zur Schreiberei verliert.

Der Roman ist in einer süddeutschen Stadt in den 50er Jahren angesiedelt. Der Protagonist Weigand, ein 17-jähriger Gymnasialabbrecher, ist wenig begeistert von den Bemühungen seiner Mutter, ihm eine Lehrstelle zu suchen. Bei den Vorstellungsgesprächen kommt es gar soweit, dass er jegliche Aussage verweigert. Stattdessen schreibt er weiter kleinere Artikel und Beiträge für Zeitungen, die er tagtäglich abschickt. Letztlich gelingt es seiner Mutter doch, einen Ausbildungsplatz für ihren Sohn zu finden.
Aus dem gemeinsamen Leben mit seiner Freundin und Verlobten Gudrun wird schließlich nichts, da ihm die Liebe zur Literatur wichtiger ist, als zu seiner Partnerin. Auch in beruflicher Sicht kommt der junge Mann nicht wirklich voran, führt er doch ein Doppelleben als Lehrling und Reporter mehrerer Tageszeitungen. Auch wenn im Laufe des Romans immer wieder gesagt wird, dass er sich entscheiden müsse, bleibt am Ende alles offen. Ebenso, ob es einen Roman von ihm geben wird.
Viele sprechen hier von einem Bildungsroman Genazinos im Bonsai-Format. Doch Genazinos Roman wirkt eher wie eine Parodie auf den Bildungsroman, als wie ein moderner Bildungsroman. Zentrale Motive des Bildungsromans werden überspitzt dargestellt und wirken parodistisch. Damit wirft Genazino die Frage auf, ob es in unserer Gesellschaft überhaupt zu einer solch planmäßigen Reifung kommen kann.
Dies ist sicher eines der besten Werke Wilhelm Genazinos.
geschrieben am 16.09.2009 | 246 Wörter | 1468 Zeichen
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