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Necromancer


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Rezension von

Letterschming

Necromancer Necromancer ist ein Einzelroman der texanischen Autorin Martha Wells, der in der fiktiven Welt Ile-Rien spielt. The Element of Fire und die Fall of Ile-Rien-Trilogie sind weitere Werke aus dieser Welt, die jedoch bisher noch nicht in deutscher Sprache erschienen sind. Necromancer hingegen ist trotz des englischen Titels eine deutsche Ausgabe, deren Originaltitel The Death of the Necromancer lautet. Auf den ersten Blick ist Nicholas Valiarde nur der Sohn des Naturphilosophen Edouard Viller, der wegen des schlimmsten Verbrechens hingerichtet wurde, das in Ile-Rien denkbar ist, der Nekromantie. Doch Nicholas führt ein Doppelleben als der berüchtigte Meisterdieb Donatien. Gerade hat er einen neuen Coup geplant: Er will die Duchess of Mondollot um einen großen Teil ihres Vermögens erleichtern und es seinem Erzfeind Count Montesq unterschieben, den er für den Tod Edouards verantwortlich macht. So soll Montesq selbst als Dieb hingerichtet werden. Doch Nicholas' Pläne werden von dem wie aus dem Nichts erscheinenden Dr. Octave durchkreuzt, der geheimnisvolle Seancen veranstaltet, in denen er die Geister der Toten heraufbeschwört. Bald stellen Nicholas und seine Freund fest, dass mehr hinter den scheinbar harmlosen Unterhaltungszeremonien steckt – Nekromantie der übelsten Sorte, zu der Ocatve niemals fähig wäre. Doch welcher mächtige Magier zieht dann die Fäden im Hintergrund? Je mehr Nicholas und seine Freunde herausfinden, desto weiter geraten sie ins Zielfeld des mysteriösen Zauberers, bis schließlich Nicholas' guter Freund Arisilde Damal in einen totenähnlichen Zustand verfällt und niemand weiß, wie ihm zu helfen ist. Und als ob das noch nicht genug wäre, sind Nicholas alias Donatien auch noch der gerissene Inspektor Ronsarde und sein Helfer Dr. Halle auf den Fersen. Eine Hetzjagd durch Ile-Rien beginnt, bei der Nicholas sich mit mehr als nur einem ehemaligen Feind verbünden muss, um seine Haut zu retten. Necromancer ist eine Mischung aus Krimi und Dark Fantasy-Roman. Die Handlung ist gespickt von Nicholas' einfallsreichen Coups. Seine Geliebte Madeline ist eine berühmte Theaterschauspielerin, daher überrascht es nicht, dass Verkleidungen eine wesentliche Rolle in Nicholas' Plänen spielen. Oft sind diese Szenen so geschrieben, dass der Leser selbst teilweise im Unklaren darüber bleibt, wer nun wer ist und worauf das Ganze hinauslaufen soll. Trotzdem verläuft nicht immer alles nach Plan und mehr als einmal enden die durchgeplanten Manöver in einer wilden Verfolgungsjagd oder einem direkten Kampf. Diese Szenen bestechen durch ihren Ideenreichtum und ihre unerwarteten Wendungen. Auch die Dialoge sind sehr schön zu lesen, egal ob humorvoll oder eher ernst. Die Charaktere der Protagonisten wie Nicholas, Madeline und Inspektor Ronsarde sind detailliert ausgearbeitet und ermöglichen es dem Leser gut, sich in sie hineinzuversetzen. Nur bei den anderen Figuren, zum Beispiel Nicholas Freunden, die ja auch eine relativ große Rolle spielen, und vor allem auch bei den Antagonisten hätte ich mir doch noch etwas mehr Information gewünscht. Über den Charakter und die Einstellung erfährt man wenig, da die Handlung meistens aus der Sicht von Nicholas geschildert wird, und über die Vergangenheit der Personen praktisch gar nichts, es sei denn, es ist irgenwie entscheidened für die Handlung. Ein wenig enttäuscht war ich auch von dem Spannungsbogen. Zwar waren wie gesagt die häufigen Ausseinandersetzungen ziemlich fesselnd, aber der Showdown bildete leider keine Steigerung mehr. Im Gegenteil, ich fand manche Szene im Laufe des Buches wesentlich spannender und rasanter, als das Finale, dass in seinem Verlauf doch relativ absehbar war. Ein wenig gerettet wurde diese Enttäuschung nur durch die letzte Szene, deren Hintergrund zwar schon länger zu erahnen war, die aber im Verlauf doch noch überraschend und spannend wurde. Die Sprache ist insgesamt angenehm zu lesen und stellt eine schöne Mischung aus moderner und ein wenig altmodischer, der Welt Ile-Rien angepasster Redeweise dar. Sehr gelungen ist auch die Erschaffung der Atmosphäre. Nicht nur durch die Sprache, auch durch die kurzen Beschreibungen der Umgebung, die dennoch klare Bilder im Kopf hervorrufen, kann sich der Leser gut in die magische Welt Ile-Rien hineinversetzen, die sich vielleicht am Besten mit dem 17. Jahrhundert unserer Welt vergleichen lässt. Diese überzeugende Stimmung und der untergründige Humor der Autorin haben manches Mal über eine inhaltlich weniger überzeugende Stelle hinweggetröstet. Alles in allem ein doch recht spannender Roman mit einer dichten Atmosphäre und einigen überraschenden Wendungen, dem leider ein wenig der Höhepunkt fehlt. Auf jeden Fall lesenswert für alle, die eine Schwäche für Krimis, Fantasy und die faszinierende Zeit des 17. Jahrhunderts haben.

Necromancer ist ein Einzelroman der texanischen Autorin Martha Wells, der in der fiktiven Welt Ile-Rien spielt. The Element of Fire und die Fall of Ile-Rien-Trilogie sind weitere Werke aus dieser Welt, die jedoch bisher noch nicht in deutscher Sprache erschienen sind. Necromancer hingegen ist trotz des englischen Titels eine deutsche Ausgabe, deren Originaltitel The Death of the Necromancer lautet.

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2
06.06.2016
4
06.06.2016

Auf den ersten Blick ist Nicholas Valiarde nur der Sohn des Naturphilosophen Edouard Viller, der wegen des schlimmsten Verbrechens hingerichtet wurde, das in Ile-Rien denkbar ist, der Nekromantie. Doch Nicholas führt ein Doppelleben als der berüchtigte Meisterdieb Donatien. Gerade hat er einen neuen Coup geplant: Er will die Duchess of Mondollot um einen großen Teil ihres Vermögens erleichtern und es seinem Erzfeind Count Montesq unterschieben, den er für den Tod Edouards verantwortlich macht. So soll Montesq selbst als Dieb hingerichtet werden.

Doch Nicholas' Pläne werden von dem wie aus dem Nichts erscheinenden Dr. Octave durchkreuzt, der geheimnisvolle Seancen veranstaltet, in denen er die Geister der Toten heraufbeschwört. Bald stellen Nicholas und seine Freund fest, dass mehr hinter den scheinbar harmlosen Unterhaltungszeremonien steckt – Nekromantie der übelsten Sorte, zu der Ocatve niemals fähig wäre. Doch welcher mächtige Magier zieht dann die Fäden im Hintergrund?

Je mehr Nicholas und seine Freunde herausfinden, desto weiter geraten sie ins Zielfeld des mysteriösen Zauberers, bis schließlich Nicholas' guter Freund Arisilde Damal in einen totenähnlichen Zustand verfällt und niemand weiß, wie ihm zu helfen ist. Und als ob das noch nicht genug wäre, sind Nicholas alias Donatien auch noch der gerissene Inspektor Ronsarde und sein Helfer Dr. Halle auf den Fersen. Eine Hetzjagd durch Ile-Rien beginnt, bei der Nicholas sich mit mehr als nur einem ehemaligen Feind verbünden muss, um seine Haut zu retten.

Necromancer ist eine Mischung aus Krimi und Dark Fantasy-Roman. Die Handlung ist gespickt von Nicholas' einfallsreichen Coups. Seine Geliebte Madeline ist eine berühmte Theaterschauspielerin, daher überrascht es nicht, dass Verkleidungen eine wesentliche Rolle in Nicholas' Plänen spielen. Oft sind diese Szenen so geschrieben, dass der Leser selbst teilweise im Unklaren darüber bleibt, wer nun wer ist und worauf das Ganze hinauslaufen soll. Trotzdem verläuft nicht immer alles nach Plan und mehr als einmal enden die durchgeplanten Manöver in einer wilden Verfolgungsjagd oder einem direkten Kampf. Diese Szenen bestechen durch ihren Ideenreichtum und ihre unerwarteten Wendungen.

Auch die Dialoge sind sehr schön zu lesen, egal ob humorvoll oder eher ernst. Die Charaktere der Protagonisten wie Nicholas, Madeline und Inspektor Ronsarde sind detailliert ausgearbeitet und ermöglichen es dem Leser gut, sich in sie hineinzuversetzen. Nur bei den anderen Figuren, zum Beispiel Nicholas Freunden, die ja auch eine relativ große Rolle spielen, und vor allem auch bei den Antagonisten hätte ich mir doch noch etwas mehr Information gewünscht. Über den Charakter und die Einstellung erfährt man wenig, da die Handlung meistens aus der Sicht von Nicholas geschildert wird, und über die Vergangenheit der Personen praktisch gar nichts, es sei denn, es ist irgenwie entscheidened für die Handlung.

Ein wenig enttäuscht war ich auch von dem Spannungsbogen. Zwar waren wie gesagt die häufigen Ausseinandersetzungen ziemlich fesselnd, aber der Showdown bildete leider keine Steigerung mehr. Im Gegenteil, ich fand manche Szene im Laufe des Buches wesentlich spannender und rasanter, als das Finale, dass in seinem Verlauf doch relativ absehbar war.

Ein wenig gerettet wurde diese Enttäuschung nur durch die letzte Szene, deren Hintergrund zwar schon länger zu erahnen war, die aber im Verlauf doch noch überraschend und spannend wurde.

Die Sprache ist insgesamt angenehm zu lesen und stellt eine schöne Mischung aus moderner und ein wenig altmodischer, der Welt Ile-Rien angepasster Redeweise dar.

Sehr gelungen ist auch die Erschaffung der Atmosphäre. Nicht nur durch die Sprache, auch durch die kurzen Beschreibungen der Umgebung, die dennoch klare Bilder im Kopf hervorrufen, kann sich der Leser gut in die magische Welt Ile-Rien hineinversetzen, die sich vielleicht am Besten mit dem 17. Jahrhundert unserer Welt vergleichen lässt. Diese überzeugende Stimmung und der untergründige Humor der Autorin haben manches Mal über eine inhaltlich weniger überzeugende Stelle hinweggetröstet.

Alles in allem ein doch recht spannender Roman mit einer dichten Atmosphäre und einigen überraschenden Wendungen, dem leider ein wenig der Höhepunkt fehlt. Auf jeden Fall lesenswert für alle, die eine Schwäche für Krimis, Fantasy und die faszinierende Zeit des 17. Jahrhunderts haben.

geschrieben am 14.07.2009 | 708 Wörter | 4145 Zeichen

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