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Woman on the River


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Rezension von

Frank Drehmel

Woman on the River Nach einer mehrjährigen Schaffenspause, in der kein neues Schutheiss-Comic veröffentlicht wurde, kehrte der 1946 in Nürnberg geborene Künstler 2008 mit „Frau auf dem Fluss“ ins Medium zurück; nachdem die nachfolgenden Arbeiten „Die Reise mit Bill“ (2010) und „Daddy“ (2011) schon bei Splitter erschienen sind, veröffentlicht der Verlag nun auch das erste Album des Wiedereinstiegs. Nach 36 Jahren Zuchthaus wird der in die Jahre gekommene Auftragskiller Dennis in eine Freiheit entlassen, in der er nichts als Ruhe, Frieden und Vergessen sucht. Mit dem Geld, das ihm ehemalige Klienten für sein beständiges Schweigen als kleine Rente ausgesetzt haben, will er seinen Ruhestand in einem kleinen, bescheidenen Haus an einem Kanal inmitten einer grünen Idylle finanzieren und noch ein paar gute Jahre verleben. Die freundliche Nachbarfamilie – Erna, Eddy und Sohn Linus – heißt nicht nur den fremden Neuankömmling mit offenen Armen willkommen, sondern nimmt ihn gleichsam unter ihre Fittiche. In der folgenden Zeit entwickelt der alte Killer eine tiefe Freundschaft zu seinen Nachbarn und insbesondere zum Sohn Linus, die ihn seine Alpträume und Vergangenheit fast vergessenen lässt. Eines schönen Sommertages kreuzt eine weiße Yacht seinen Lebensweg, gesteuert von einer Frau, die ihn sofort in seinen Bann zieht; nach mehreren Begegnungen aus der Ferne, rettet Dennis die Lady während deines Unwetters von ihren havarierten Boot. Es entspinnt sich eine tiefe, fast schon romantische Affäre,während der sich ihm das Geheimnis um die Frau offenbart, ein Geheimnis, das seine Wurzeln tief in seiner eigenen Vergangenheit hat und das besser im Dunkeln geblieben wäre, verpflichtet es ihn doch, seine Waffen erneut hervorzuholen. Auch wenn Schultheiss' Comics von „der Kritik“ fast schon treuherzig regelmäßig als Gesamtkunstwerke mit für das Medium großem erzählerischen Tiefgang erachtet werden, so hält nicht jedes seiner Werk dieses Versprechen. „Woman on the River“ gehört zu jenen Arbeiten, die mehr Schein als Sein bieten. Schein insofern als das malerische, aquarellierende Artwork mit seiner von Grün- und Gelbnuancen dominierten Koloration sowie den zerfließenden, eher skizzierten, denn elaborierten Konturen stimmig- und stimmungsvoll die Atmosphäre der Sommertage und -nächte einfängt und somit vollends überzeugt. Schein aber auch insofern als Geschichte und Hauptfigur nicht nur vorhersehbar und eindimensional sind, sondern auch zu offensichtlich konstruiert und unplausibel wirken – sowohl sprachlich, als auch inhaltlich –, um zu fesseln. Dennis' fast schon spirituelles Philosophieren über Karma und die Wellen des Lebens ist nichts anderes als der Versuch des Autors, etwas vollkommen Triviales wie den Mechanismus aus Ursache und Wirkung, Aktion und Reaktion, aus Handlung und Konsequenzen in verquaste Metaphern zu kleiden, die „out of Character“ erscheinen, zumal sich der Hauptprotagonist schlussendlich sowohl in seiner blinden Rache als auch in seiner Opferrolle als das erweist, was der Leser von Beginn an in ihm sieht: als einfältiger, einfacher, fatalistischer Auftragsmörder, der Gewalt als Lösung präferiert. Aber vielleicht ist ja das die eigentlich Botschaft: ein Arsch bleibt ein Arsch, auch wenn er träge angelt und vor sich hin philosophiert. Fazit: Obwohl das Artwork zu begeistern vermag, ist die Geschichte selbst zu klischeehaft, künstlich und langweilig, um zu den Leser für sich einzunehmen. Kann man als Schultheiss-Fan lesen, muss man nicht.

Nach einer mehrjährigen Schaffenspause, in der kein neues Schutheiss-Comic veröffentlicht wurde, kehrte der 1946 in Nürnberg geborene Künstler 2008 mit „Frau auf dem Fluss“ ins Medium zurück; nachdem die nachfolgenden Arbeiten „Die Reise mit Bill“ (2010) und „Daddy“ (2011) schon bei Splitter erschienen sind, veröffentlicht der Verlag nun auch das erste Album des Wiedereinstiegs.

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Nach 36 Jahren Zuchthaus wird der in die Jahre gekommene Auftragskiller Dennis in eine Freiheit entlassen, in der er nichts als Ruhe, Frieden und Vergessen sucht. Mit dem Geld, das ihm ehemalige Klienten für sein beständiges Schweigen als kleine Rente ausgesetzt haben, will er seinen Ruhestand in einem kleinen, bescheidenen Haus an einem Kanal inmitten einer grünen Idylle finanzieren und noch ein paar gute Jahre verleben.

Die freundliche Nachbarfamilie – Erna, Eddy und Sohn Linus – heißt nicht nur den fremden Neuankömmling mit offenen Armen willkommen, sondern nimmt ihn gleichsam unter ihre Fittiche. In der folgenden Zeit entwickelt der alte Killer eine tiefe Freundschaft zu seinen Nachbarn und insbesondere zum Sohn Linus, die ihn seine Alpträume und Vergangenheit fast vergessenen lässt.

Eines schönen Sommertages kreuzt eine weiße Yacht seinen Lebensweg, gesteuert von einer Frau, die ihn sofort in seinen Bann zieht; nach mehreren Begegnungen aus der Ferne, rettet Dennis die Lady während deines Unwetters von ihren havarierten Boot. Es entspinnt sich eine tiefe, fast schon romantische Affäre,während der sich ihm das Geheimnis um die Frau offenbart, ein Geheimnis, das seine Wurzeln tief in seiner eigenen Vergangenheit hat und das besser im Dunkeln geblieben wäre, verpflichtet es ihn doch, seine Waffen erneut hervorzuholen.

Auch wenn Schultheiss' Comics von „der Kritik“ fast schon treuherzig regelmäßig als Gesamtkunstwerke mit für das Medium großem erzählerischen Tiefgang erachtet werden, so hält nicht jedes seiner Werk dieses Versprechen. „Woman on the River“ gehört zu jenen Arbeiten, die mehr Schein als Sein bieten.

Schein insofern als das malerische, aquarellierende Artwork mit seiner von Grün- und Gelbnuancen dominierten Koloration sowie den zerfließenden, eher skizzierten, denn elaborierten Konturen stimmig- und stimmungsvoll die Atmosphäre der Sommertage und -nächte einfängt und somit vollends überzeugt.

Schein aber auch insofern als Geschichte und Hauptfigur nicht nur vorhersehbar und eindimensional sind, sondern auch zu offensichtlich konstruiert und unplausibel wirken – sowohl sprachlich, als auch inhaltlich –, um zu fesseln. Dennis' fast schon spirituelles Philosophieren über Karma und die Wellen des Lebens ist nichts anderes als der Versuch des Autors, etwas vollkommen Triviales wie den Mechanismus aus Ursache und Wirkung, Aktion und Reaktion, aus Handlung und Konsequenzen in verquaste Metaphern zu kleiden, die „out of Character“ erscheinen, zumal sich der Hauptprotagonist schlussendlich sowohl in seiner blinden Rache als auch in seiner Opferrolle als das erweist, was der Leser von Beginn an in ihm sieht: als einfältiger, einfacher, fatalistischer Auftragsmörder, der Gewalt als Lösung präferiert. Aber vielleicht ist ja das die eigentlich Botschaft: ein Arsch bleibt ein Arsch, auch wenn er träge angelt und vor sich hin philosophiert.

Fazit: Obwohl das Artwork zu begeistern vermag, ist die Geschichte selbst zu klischeehaft, kĂĽnstlich und langweilig, um zu den Leser fĂĽr sich einzunehmen. Kann man als Schultheiss-Fan lesen, muss man nicht.

geschrieben am 22.02.2014 | 507 Wörter | 3046 Zeichen

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