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Elender Krieg


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Rezension von

Kilian Kneisel

Elender Krieg Ein Anti-Kriegsbuch. Tardi und Verney berichten in „Elender Krieg 1914 – 1919“ vom blutigen Alltag in den nordfranzösischen Schützengräben. Dort fanden Millionen Soldaten durch Waffen, Hunger und Krankheit den Tod. Das Ganze wird im Gedankenstrom eines französischen Soldaten geschildert. Zunächst ist alles noch in teilweise fröhlichen Farben gehalten, die Kriegsbegeisterung und Euphorie wird somit unterstrichen. Der Krieg, das ist etwas, worauf alle gewartet haben, ein reinigendes Gewitter. Doch schon hier wird das Kampfgeschehen als sinnlos und brutal gezeichnet: Ein überlebender Deutscher will sich nach der Schlacht erleichtern und wird brutal von französischen Soldaten niedergemetzelt. Ende 1914 dominieren optisch schon die düsteren Farben, grau, schwarz, rot. So zieht es sich über die weiteren Kriegsjahre durch das Buch, auffallend in der farblichen Tristesse ist lediglich das Rot, wenn Soldaten im Krieg zerfetzt, zerstückelt, zerstört werden. Ihr Blut bildet den Kontrast zu den winterlichen Schlachtfeldern, welche eine Idylle andeuten. Damit nicht genug, Militärgerichte gegen vermeintliche Verräter werden in ihrer Sinnlosigkeit ebenso gezeigt, wie die Überlebenden des Krieges – verstümmelt und entstellt, nichts mehr von der Euphorie zu Beginn zu sehen. Abschließend findet sich enthält umfangreiches Begleitmaterial zur Geschichte des Ersten Weltkrieges: Chronologie, Fotos, Landkarten sowie Zeitdokumente. Eine andere, moderne Beschäftigung mit dem Thema „Erster Weltkrieg“. Zweifelsohne wird hier die Brutalität gnadenlos herausgestellt. Durch die Personalisierung ist der Zugang zu einem Thema, das man aus dem Geschichtsunterricht kennt, bestens gewährleistet. Dies birgt jedoch nur eine Gefahr mit sich, die aber gerne in Kauf genommen wird: Nähert man sich so dem Thema, so werden aus den Zahlenkolonnen, den Abstrakta „Giftgas“, „Stellungskrieg“ oder „Materialschlachten“ schnell Konkreta. Diese scheinen lediglich gezeichnet zu sein, der Krieg und seine Sinnlosigkeit gewinnen so jedoch an Leben und ermöglichen das, was in unserer langanhaltenden Friedenszeit nicht selbstverständlich ist: tiefste Betroffenheit. Man kann dieses Buch nicht einfach zwischendurch lesen, dafür schockiert die Darstellung zu sehr. Ein wirklich rundum gelungenes Buch!

Ein Anti-Kriegsbuch. Tardi und Verney berichten in „Elender Krieg 1914 – 1919“ vom blutigen Alltag in den nordfranzösischen Schützengräben. Dort fanden Millionen Soldaten durch Waffen, Hunger und Krankheit den Tod. Das Ganze wird im Gedankenstrom eines französischen Soldaten geschildert.

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Zunächst ist alles noch in teilweise fröhlichen Farben gehalten, die Kriegsbegeisterung und Euphorie wird somit unterstrichen. Der Krieg, das ist etwas, worauf alle gewartet haben, ein reinigendes Gewitter. Doch schon hier wird das Kampfgeschehen als sinnlos und brutal gezeichnet: Ein überlebender Deutscher will sich nach der Schlacht erleichtern und wird brutal von französischen Soldaten niedergemetzelt. Ende 1914 dominieren optisch schon die düsteren Farben, grau, schwarz, rot.

So zieht es sich über die weiteren Kriegsjahre durch das Buch, auffallend in der farblichen Tristesse ist lediglich das Rot, wenn Soldaten im Krieg zerfetzt, zerstückelt, zerstört werden. Ihr Blut bildet den Kontrast zu den winterlichen Schlachtfeldern, welche eine Idylle andeuten. Damit nicht genug, Militärgerichte gegen vermeintliche Verräter werden in ihrer Sinnlosigkeit ebenso gezeigt, wie die Überlebenden des Krieges – verstümmelt und entstellt, nichts mehr von der Euphorie zu Beginn zu sehen.

Abschließend findet sich enthält umfangreiches Begleitmaterial zur Geschichte des Ersten Weltkrieges: Chronologie, Fotos, Landkarten sowie Zeitdokumente.

Eine andere, moderne Beschäftigung mit dem Thema „Erster Weltkrieg“. Zweifelsohne wird hier die Brutalität gnadenlos herausgestellt. Durch die Personalisierung ist der Zugang zu einem Thema, das man aus dem Geschichtsunterricht kennt, bestens gewährleistet. Dies birgt jedoch nur eine Gefahr mit sich, die aber gerne in Kauf genommen wird: Nähert man sich so dem Thema, so werden aus den Zahlenkolonnen, den Abstrakta „Giftgas“, „Stellungskrieg“ oder „Materialschlachten“ schnell Konkreta. Diese scheinen lediglich gezeichnet zu sein, der Krieg und seine Sinnlosigkeit gewinnen so jedoch an Leben und ermöglichen das, was in unserer langanhaltenden Friedenszeit nicht selbstverständlich ist: tiefste Betroffenheit. Man kann dieses Buch nicht einfach zwischendurch lesen, dafür schockiert die Darstellung zu sehr. Ein wirklich rundum gelungenes Buch!

geschrieben am 01.01.2016 | 308 Wörter | 1974 Zeichen

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