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Es war einmal Indianerland


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Rezension von

Kilian Kneisel

Es war einmal Indianerland Hamburg, im Sommer. Innerhalb von zwei Wochen verändert sich das Leben des siebzehnjährigen Mauser, auch Greenhorn genannt. Er, der Einzelkämpfer, bereitet sich am Rande der Stadt und somit auch am Rande der Existenz auf einen Boxkampf vor und muss die Trainingsgeräte durch einen Baustellenjob finanzieren. Als er eines Nachts in einem Schwimmbad mit dem „anderen“ Leben in Form von Jackie in Kontakt gerät, ändert sich sein Leben. Dazu bekommt er noch Postkarten von einer Unbekannten. Schon ist die Dreieckskonstellation aufgebaut, die nach und nach Licht in Mausers Leben bringt. Hierbei liegen typischen Themenfelder der zeitgemäßen Jugendliteratur vor: Kaputte Familie des „Protagonisten“, Sinnkrise, Liebe… Das Ganze kommt wie ein Roadmovie daher und der Autor spielt bei „Es war einmal Indianerland“ nicht nur mit dem Titel auf den Wilden Westen an: Der Ich-Erzähler findet den Westen im flirrenden Licht des Großstadt-Sommers wieder, in vielen kleinen Gegenständen sowie sprachlichen Bildern und Landschaftsbeschreibungen, in Szenen und Handlungselementen. Auch die Namen passen hierzu, heißen die Figuren doch Kondor, Zöllner, Ponyhof oder Mauser und verkörpern typische Westernfiguren wie Greenhorns oder Outlaws. Die zeitliche Struktur des Geschehens ist nicht linear, sondern springt ständig hin und her. Der Vergleich mit einem Video drängt sich hierbei auf und er ist zulässig: Der Erzähler spult mal zurück, dann vor, dann kommt eine Pause. Dies wird auch graphisch durch die entsprechenden Symbole einer Fernbedienung unterstützt, was dazu beiträgt, dass die Handlung nicht immer klar nachvollziehbar ist. Innovativ ist dies schon, nur keine leichte Kost. Moderne Jugendliteratur ist nicht mehr unter dem Schlagwort „Lebenshilfedidaktik“ abzustempeln, sie sollte sich laut Forschung eher danach richten, wie Jugendliche leben und lernen. Da mag die Versuchung groß sein, die Konventionen zu sprengen und sich an alternativen Darbietungsformen zu versuchen. Ein Lob hierfür. Dabei bleibt jedoch der Inhalt leider auf der Strecke. Dies ist nicht so schön, die Geschichte böte mehr Potential.

Hamburg, im Sommer. Innerhalb von zwei Wochen verändert sich das Leben des siebzehnjährigen Mauser, auch Greenhorn genannt. Er, der Einzelkämpfer, bereitet sich am Rande der Stadt und somit auch am Rande der Existenz auf einen Boxkampf vor und muss die Trainingsgeräte durch einen Baustellenjob finanzieren. Als er eines Nachts in einem Schwimmbad mit dem „anderen“ Leben in Form von Jackie in Kontakt gerät, ändert sich sein Leben. Dazu bekommt er noch Postkarten von einer Unbekannten. Schon ist die Dreieckskonstellation aufgebaut, die nach und nach Licht in Mausers Leben bringt. Hierbei liegen typischen Themenfelder der zeitgemäßen Jugendliteratur vor: Kaputte Familie des „Protagonisten“, Sinnkrise, Liebe…

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Moderne Jugendliteratur ist nicht mehr unter dem Schlagwort „Lebenshilfedidaktik“ abzustempeln, sie sollte sich laut Forschung eher danach richten, wie Jugendliche leben und lernen. Da mag die Versuchung groß sein, die Konventionen zu sprengen und sich an alternativen Darbietungsformen zu versuchen. Ein Lob hierfür. Dabei bleibt jedoch der Inhalt leider auf der Strecke. Dies ist nicht so schön, die Geschichte böte mehr Potential.

geschrieben am 28.11.2014 | 305 Wörter | 1802 Zeichen

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