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Das alte Ägypten: Die visuelle Geschichte


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Rezension von

Adrian Witt

Das alte Ägypten: Die visuelle Geschichte Von allen Hochkulturen des Altertums übt wohl keine andere Zivilisation noch heute auf uns eine derartige Faszination aus, wie das Ägypten der Pharaonen. Schließlich sind die vielen Zeugnisse ihrer Kultur – allen voran die farbenprächtige Kunst und die imposanten Bauwerke – weithin bekannt und zeugen zugleich vom hohen Fertigungsgrad und Wissensstand ihrer einstigen Schöpfer. Die Baudenkmäler des Alten Ägyptens – insbesondere die gewaltigen Pyramiden und die zahlreichen Tempel an den Ufern des Nil – zählen noch heute zu den größten architektonischen Leistungen der Menschheit und sie versetzen uns umso mehr ins Staunen, wenn man bedenkt, mit welch einfachen Mitteln sie einst errichtet wurden. Doch das Wirken der Könige und Königinnen wie Tutanchamun, Ramses II., Hatschepsut oder Kleopatra, die bereits rund 3000 Jahre vor der modernen Zeitrechnung (ausgehend vom Jahr 0, als das Geburtsjahr von Jesu Christi) die Geschicke Ägyptens entscheidend bestimmten, sind nicht nur auf gewaltige Bauwerke wie die Sphinx, das Heiligtum des Amun-Re, den Tempel von Abu Simbel oder das Tal der Könige beschränkt. Vielmehr Erinnerung uns die zahlreichen Ausstellungen und Museumsschätze in aller Welt – darunter so spektakuläre und berühmte Objekte wie die goldene Totenmaske des Tutanchamun oder der Stein von Rosette – daran, dass es sich bei den alten Ägyptern um ganz und gar reale Menschen handelte, deren Leben bei allen Unterschieden dem unseren dennoch recht ähnlich war. Kenntnisse über dieses Leben vor tausenden von Jahren liefern uns vor allem die archäologischen Funde jener Ausgrabungen, die Jahr für Jahr unter teils sehr schwierigen Bedingungen in Ägypten durchgeführt werden. Doch die eigentliche Erschließung dieser Hochkultur für die Nachwelt ist dem Franzosen Jean-François Champollion zu verdanken, dem im Jahr 1822 mit Hilfe des im Jahr 1799 in Ägypten entdeckten Steins von Rosette und einigen anderen Quellen die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen gelangt, jenes alt-ägyptische Schriftsystem, das seit dem vierten Jahrhundert n. Chr. niemand mehr zu Lesen und zu Schreiben vermochte. Damit legte Jean-François Champollion nicht nur den Grundstein für die moderne Ägyptologie, sondern erweiterte zugleich auch das kulturelle Gedächtnis der Menschheit um weitere rund 4500 Jahre. Als Ergebnis dieser wissenschaftlichen Größenleistung sind in den nachfolgenden 200 Jahren eine unglaubliche Fülle an Publikationen erschienen, die sich im engeren oder weiteren Sinne mit dem Land am Nil, seinen Bewohnern oder der jahrtausendealten Geschichte Ägyptens befassen. Zu den jüngeren Werken zu diesem Themenkomplex zählt die erst kürzlich im Dorling Kindersley Verlag erschienene Publikation „Das alte Ägypten“ von Steve Snape, Autor mehrere Bestseller und Dozent für ägyptische Archäologie an der Universität von Liverpool, in welchem die Geschichte des alten Ägyptens auf der Grundlage neuerster Erkenntnisse der Forschung eingehend thematisiert wird. Dabei ist es ihm unter der Mitwirkung von Joyce Tyldesley, die ihrerseits Professorin für Ägyptologie an der Universität von Manchester ist, gelungen, eine 320 Seiten umfassende und in jeder Hinsicht wissenschaftlich fundierte Publikation vorzulegen, die in der Frühzeit am Nil um etwa 4400 v. Chr. ihren Anfang nimmt und die interessierten Leser durch das Alte Reich (um 2686 bis 2055 v. Chr.), das Mittlere Reich (um 2055 bis 1550 v. Chr.), das frühe Neue Reich (um 1550 bis 1295 v. Chr.) und das späte Neue Reich (um 1295 bis 1069 v. Chr.) sowie die Spätzeit (um 1069 bis 332 v. Chr.) und schlussendlich die griechisch-römische Zeit (um 332 v. Chr. bis 395 n. Chr.) führt. Unterteilt in sieben Kapiteln, die zu Beginn von einer Einleitung und einer Chronologie der Dynastien und am Ende von einer Zeitleiste und einem umfangreichen Glossar eingefasst sind, widmet sich das erste Kapitel des Buches den kulturellen Anfängen am Nil. Hier erfahren die Leser mehr über die prädynastische und frühdynastische Perioden in der Geschichte Ägyptens, den Nil als Lebensader oder vom einfachen Alltag der Menschen jener Zeit. Im zweiten Kapitel, das sich dem Alten Reich (um 2686 bis 2055 v. Chr.) widmet, wird vor allem auf wegweisende Monumentalbauten in Ägypten näher eingegangen, wobei neben den verschiedenen Pyramidenkomplexen auch auf die große Sphinx von Gise oder die Mastaba-Gräber von hohen Beamten und Höflingen beleuchtet werden. Im dritten Kapitel über das Mittlere Reich (um 2055 bis 1550 v. Chr.) sind wiederum Szenen aus dem Alltag erfasst, wobei neben Städten und Häusern, Sport und Spiele sowie die Ernährung und die Medizin auch auf die Beziehung Ägyptens mit seinen unmittelbaren Nachbarn eingegangen wird. Mit Beginn der Regierungszeit von Pharao Ahmose, dem Begründer der 18. Dynastie um das Jahr 1550 v. Chr., zeichnete sich mit der Vertreibung der Hyksos aus Avaris (Tell el-Daba) und der Widervereinigung Ägyptens ein Neubeginn in der ägyptischen Geschichte ab, der von einem Widererstarken Ägyptens als Nation verbunden war. Im vierten Kapitel des Buches über das frühe Neue Reich (um 1550 bis 1295 v. Chr.) stehen daher zunächst kriegerische Auseinandersetzungen und Themenzusammenhänge im Mittelpunkt, bevor im weiteren Verlauf auf Themen wie die Kindheit am Nil, das Tal der Könige, die Mode im Neuen Reich oder die großen Herrscher jener Zeit, wie Hatschepsut, Echnaton, Nofretete oder den Kindkönig Tutanchamun eingegangen wird. Im fünften Kapitel des Buches über das späte Neue Reich (um 1295 bis 1069 v. Chr.) steht dagegen ganz im Reichen von Ramses II., der die Arbeit seines Vaters Sethos I. fortsetzte und in ganz Ägypten und in Nubien Bauwerke errichten ließ. Hierzu zählt etwa die Westhalle von Ramses II. in Memphis, der Luxor-Temple in Theben und der Tempel in Abu Simble am Oberlauf des Nil. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird aber auch auf den Tempelkomplex in Karnak, das berühmte Totenbuch der Ägypter, religiöse Feste oder auch das Problem der Grabräuberei im Tal der Könige eingegangen. Während im etwas kürzer gehaltenen sechsten Kapitel über die ägyptische Spätzeit (um 1069 bis 332 v. Chr.), eine Zeit der politischen Instabilität für Ägypten, im Vordergrund steht, wird im abschließenden siebten Kapitel über die griechisch-römische Zeit (um 332 v. Chr. bis 395 n. Chr.) noch einmal weit ausgeholt. Neben der Herrschaft zur Zeit von Alexander dem Großen und seinen Nachfolgern aus dem Haus der Ptolemäer wird in diesem Kapitel vor allem auch der ägyptische Hellenismus sowie der Einfluss der griechisch-römischen Kulturen auf die ägyptische Zivilisation eingehend beleuchtet. Obwohl die altägyptische Kultur auf eine mehr als 5000 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann, die sich auf Grund ihrer Komplexität in ihrer Gesamtheit von Laien kaum erfassen lässt, ist es dem Autor Steven Snape unter Mitwirkung von Joyce Tyldesley gelungen, eine beeindruckende Publikation über eine der bedeutendsten Hochkulturen der Menschheit vorzulegen, die den Charakter eines qualitativ hochwertig wissenschaftlichen Nachschlagewerkes mit dem eines umfangreichen Bildbandes vereint. Die wissenschaftlich fundierten Texte können dabei ebenso überzeugen, wie die sorgfältige Auswahl der weit über 850 Fotos, Illustrationen, Karten und 3D-Modelle, die wiederum von weiterführenden Daten, Fakten und Hintergrundinformationen ergänzt werden.

Von allen Hochkulturen des Altertums übt wohl keine andere Zivilisation noch heute auf uns eine derartige Faszination aus, wie das Ägypten der Pharaonen. Schließlich sind die vielen Zeugnisse ihrer Kultur – allen voran die farbenprächtige Kunst und die imposanten Bauwerke – weithin bekannt und zeugen zugleich vom hohen Fertigungsgrad und Wissensstand ihrer einstigen Schöpfer.

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Die Baudenkmäler des Alten Ägyptens – insbesondere die gewaltigen Pyramiden und die zahlreichen Tempel an den Ufern des Nil – zählen noch heute zu den größten architektonischen Leistungen der Menschheit und sie versetzen uns umso mehr ins Staunen, wenn man bedenkt, mit welch einfachen Mitteln sie einst errichtet wurden. Doch das Wirken der Könige und Königinnen wie Tutanchamun, Ramses II., Hatschepsut oder Kleopatra, die bereits rund 3000 Jahre vor der modernen Zeitrechnung (ausgehend vom Jahr 0, als das Geburtsjahr von Jesu Christi) die Geschicke Ägyptens entscheidend bestimmten, sind nicht nur auf gewaltige Bauwerke wie die Sphinx, das Heiligtum des Amun-Re, den Tempel von Abu Simbel oder das Tal der Könige beschränkt. Vielmehr Erinnerung uns die zahlreichen Ausstellungen und Museumsschätze in aller Welt – darunter so spektakuläre und berühmte Objekte wie die goldene Totenmaske des Tutanchamun oder der Stein von Rosette – daran, dass es sich bei den alten Ägyptern um ganz und gar reale Menschen handelte, deren Leben bei allen Unterschieden dem unseren dennoch recht ähnlich war. Kenntnisse über dieses Leben vor tausenden von Jahren liefern uns vor allem die archäologischen Funde jener Ausgrabungen, die Jahr für Jahr unter teils sehr schwierigen Bedingungen in Ägypten durchgeführt werden. Doch die eigentliche Erschließung dieser Hochkultur für die Nachwelt ist dem Franzosen Jean-François Champollion zu verdanken, dem im Jahr 1822 mit Hilfe des im Jahr 1799 in Ägypten entdeckten Steins von Rosette und einigen anderen Quellen die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen gelangt, jenes alt-ägyptische Schriftsystem, das seit dem vierten Jahrhundert n. Chr. niemand mehr zu Lesen und zu Schreiben vermochte. Damit legte Jean-François Champollion nicht nur den Grundstein für die moderne Ägyptologie, sondern erweiterte zugleich auch das kulturelle Gedächtnis der Menschheit um weitere rund 4500 Jahre.

Als Ergebnis dieser wissenschaftlichen Größenleistung sind in den nachfolgenden 200 Jahren eine unglaubliche Fülle an Publikationen erschienen, die sich im engeren oder weiteren Sinne mit dem Land am Nil, seinen Bewohnern oder der jahrtausendealten Geschichte Ägyptens befassen. Zu den jüngeren Werken zu diesem Themenkomplex zählt die erst kürzlich im Dorling Kindersley Verlag erschienene Publikation „Das alte Ägypten“ von Steve Snape, Autor mehrere Bestseller und Dozent für ägyptische Archäologie an der Universität von Liverpool, in welchem die Geschichte des alten Ägyptens auf der Grundlage neuerster Erkenntnisse der Forschung eingehend thematisiert wird. Dabei ist es ihm unter der Mitwirkung von Joyce Tyldesley, die ihrerseits Professorin für Ägyptologie an der Universität von Manchester ist, gelungen, eine 320 Seiten umfassende und in jeder Hinsicht wissenschaftlich fundierte Publikation vorzulegen, die in der Frühzeit am Nil um etwa 4400 v. Chr. ihren Anfang nimmt und die interessierten Leser durch das Alte Reich (um 2686 bis 2055 v. Chr.), das Mittlere Reich (um 2055 bis 1550 v. Chr.), das frühe Neue Reich (um 1550 bis 1295 v. Chr.) und das späte Neue Reich (um 1295 bis 1069 v. Chr.) sowie die Spätzeit (um 1069 bis 332 v. Chr.) und schlussendlich die griechisch-römische Zeit (um 332 v. Chr. bis 395 n. Chr.) führt. Unterteilt in sieben Kapiteln, die zu Beginn von einer Einleitung und einer Chronologie der Dynastien und am Ende von einer Zeitleiste und einem umfangreichen Glossar eingefasst sind, widmet sich das erste Kapitel des Buches den kulturellen Anfängen am Nil. Hier erfahren die Leser mehr über die prädynastische und frühdynastische Perioden in der Geschichte Ägyptens, den Nil als Lebensader oder vom einfachen Alltag der Menschen jener Zeit. Im zweiten Kapitel, das sich dem Alten Reich (um 2686 bis 2055 v. Chr.) widmet, wird vor allem auf wegweisende Monumentalbauten in Ägypten näher eingegangen, wobei neben den verschiedenen Pyramidenkomplexen auch auf die große Sphinx von Gise oder die Mastaba-Gräber von hohen Beamten und Höflingen beleuchtet werden. Im dritten Kapitel über das Mittlere Reich (um 2055 bis 1550 v. Chr.) sind wiederum Szenen aus dem Alltag erfasst, wobei neben Städten und Häusern, Sport und Spiele sowie die Ernährung und die Medizin auch auf die Beziehung Ägyptens mit seinen unmittelbaren Nachbarn eingegangen wird. Mit Beginn der Regierungszeit von Pharao Ahmose, dem Begründer der 18. Dynastie um das Jahr 1550 v. Chr., zeichnete sich mit der Vertreibung der Hyksos aus Avaris (Tell el-Daba) und der Widervereinigung Ägyptens ein Neubeginn in der ägyptischen Geschichte ab, der von einem Widererstarken Ägyptens als Nation verbunden war. Im vierten Kapitel des Buches über das frühe Neue Reich (um 1550 bis 1295 v. Chr.) stehen daher zunächst kriegerische Auseinandersetzungen und Themenzusammenhänge im Mittelpunkt, bevor im weiteren Verlauf auf Themen wie die Kindheit am Nil, das Tal der Könige, die Mode im Neuen Reich oder die großen Herrscher jener Zeit, wie Hatschepsut, Echnaton, Nofretete oder den Kindkönig Tutanchamun eingegangen wird. Im fünften Kapitel des Buches über das späte Neue Reich (um 1295 bis 1069 v. Chr.) steht dagegen ganz im Reichen von Ramses II., der die Arbeit seines Vaters Sethos I. fortsetzte und in ganz Ägypten und in Nubien Bauwerke errichten ließ. Hierzu zählt etwa die Westhalle von Ramses II. in Memphis, der Luxor-Temple in Theben und der Tempel in Abu Simble am Oberlauf des Nil. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird aber auch auf den Tempelkomplex in Karnak, das berühmte Totenbuch der Ägypter, religiöse Feste oder auch das Problem der Grabräuberei im Tal der Könige eingegangen. Während im etwas kürzer gehaltenen sechsten Kapitel über die ägyptische Spätzeit (um 1069 bis 332 v. Chr.), eine Zeit der politischen Instabilität für Ägypten, im Vordergrund steht, wird im abschließenden siebten Kapitel über die griechisch-römische Zeit (um 332 v. Chr. bis 395 n. Chr.) noch einmal weit ausgeholt. Neben der Herrschaft zur Zeit von Alexander dem Großen und seinen Nachfolgern aus dem Haus der Ptolemäer wird in diesem Kapitel vor allem auch der ägyptische Hellenismus sowie der Einfluss der griechisch-römischen Kulturen auf die ägyptische Zivilisation eingehend beleuchtet.

Obwohl die altägyptische Kultur auf eine mehr als 5000 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann, die sich auf Grund ihrer Komplexität in ihrer Gesamtheit von Laien kaum erfassen lässt, ist es dem Autor Steven Snape unter Mitwirkung von Joyce Tyldesley gelungen, eine beeindruckende Publikation über eine der bedeutendsten Hochkulturen der Menschheit vorzulegen, die den Charakter eines qualitativ hochwertig wissenschaftlichen Nachschlagewerkes mit dem eines umfangreichen Bildbandes vereint. Die wissenschaftlich fundierten Texte können dabei ebenso überzeugen, wie die sorgfältige Auswahl der weit über 850 Fotos, Illustrationen, Karten und 3D-Modelle, die wiederum von weiterführenden Daten, Fakten und Hintergrundinformationen ergänzt werden.

geschrieben am 07.10.2022 | 1090 Wörter | 6250 Zeichen

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