
| ISBN | 3570401561 | |
| Autor | Robin LaFevers | |
| Verlag | cbj | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 544 | |
| Erscheinungsjahr | 2012 | |
| Extras | - |

Die Bretagne im 15. Jahrhundert: Mit gerade einmal 17 Jahren flieht Ismae vor einer Heirat, die sie nicht will. Denn die Männer um sie herum hassen sie für das was sie ist: eine Tochter des Todes. Rettung und Zuflucht findet sie in einem Kloster, in dem sie in der Kunst ihres Vaters – in der Kunst des Tötens – ausgebildet wird, um als Meuchelmörderin Aufträge des Klosters auszuführen.

Schon mit ihrem dritten Auftrag gerät sie in eine Welt voller Politik und finsteren Intrigen am Hof der zukünftigen Herzogin der Bretagne. Und zu allem Überfluss muss sie auch noch mit einem Mann zusammenarbeiten, der sehr selbstsicher und welterfahren ist, und ihn gleichzeitig im Auge behalten. Denn es gibt Gerüchte, dass er selbst ein Verräter ist. Da fehlt es gerade noch, dass sie sich in ihn verliebt.
Wenn man den Buchdeckel sieht, erwartet man eigentlich ein bisschen etwas anderes von dem Buch – eine Liebesgeschichte voll Leidenschaft und einen vermeintlichen Verräter. Ich habe beim Lesen nichts von beidem gefunden.
Eine Liebesgeschichte gibt es – Ismae und Duval – kommen sich in dem Buch immer näher, aber es ist eben doch ein Jugendbuch und die beiden sind eher zurückhaltend vorsichtig und irgendwie putzig statt wild und leidenschaftlich. Dennoch ist es gerade diese Liebesgeschichte, die dem Buch ihren Reiz verleiht – das Näherkommen, die Skepsis und Abneigung und Ismaes Entscheidung für den Mann statt für ihren Auftrag beschreibt die Autorin mit sehr viel Fingerspitzengefühl und feinem Humor.
Die Story um Verrat und Intrigen blieb für mich auch irgendwie im Hintergrund – die Frage ob Duval „böse“ sein könnte, stellte sich für mich überhaupt nicht. So konnte ich auch Ismaes Zögern nicht so ganz nachvollziehen. Denn ihre beschriebenen Erfahrungen im Kloster und mit ihrem Gott waren nicht so stark und gravierend beschrieben, dass sie bedingungslose Loyalität gegenüber ihrem Auftrag rechtfertigen würden.
Die Charaktere hätten aus meiner Sicht durch aus etwas mehr Tiefe haben können. Die Personen sind zwar passend beschrieben und auch ihre Charakterzüge werden gut dargestellt, doch einen richtig fiesen Bösewicht oder eine unglaubliche Heldin – also herausragende Personen, die im Gedächtnis bleiben – gibt es nicht. Ismae ist etwas zu naiv, Duval ist etwas zu nett und loyal.
Die Mischung aus Fantasy und Geschichte, wobei die Fantasy sich lediglich um die Götter und ihre Gaben dreht, verknüpft die Autorin geschickt. Die Fantasyelemente wirken nicht aufdringlich und genauso wenig überfrachtet sie ihren Roman mit viel Gerede um Geschichte und das Leben in vergangenen Zeiten. Beide Faktoren, so scheint es, dienen lediglich als Hintergrund und haben weiter keine größere Bedeutung.
Der Stil der Autorin ist einfach und lebendig geschrieben. Viele Dialoge, zum Teil mit sehr feinem sprachlichen Humor, machen die Geschichte noch lebendiger. Erzählt wird die Geschichte von Ismae – und zwar nicht Rückblickend, sondern direkt während den Ereignissen. An diesen Stil und das damit verbundene Präsenz konnte ich mich bis zum Ende des Buches nicht gewöhnen.
Das Buch hatte aus meiner Sicht viele gute Ansätze, allerdings verliert die Storyidee durch die Umsetzung, die relativ flach ist und ohne spektakuläre Szenen auskommt. Vielleicht liegt es auch daran, dass es sich bei dem Buch um ein Jugendbuch (empfohlen ab 12 Jahren) handelt. Grausame Elemente und sehr starke Gefühle kommen zwar vor, aber es wird nur an der Oberfläche gekratzt.
Trotzdem ist es ein netter Roman mit einer zarten Liebesgeschichte und viel Humor, der sich leicht und flüssig lesen lässt.
FĂĽr alle Leserinnen, die es gern etwas sanfter wollen.
geschrieben am 04.05.2013 | 572 Wörter | 3138 Zeichen
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