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Wildwood


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Rezension von

Letterschming

Wildwood „Wildwood“ von dem US-amerikanischen Autor Colin Meloy ist im März 2012 in gebundener Form beim Heyne-Verlag erschienen. Prue ist zwölf Jahre alt. Als sie auf ihren jüngeren Bruder Mac aufpasst, wird dieser von einer Schar Krähen gepackt und in die undurchdringliche Wildnis getragen. Dieser Wald trägt seinen Namen nicht umsonst. Niemand hat ihn je betreten, da er eine Menge Gefahren birgt. Doch Prue hat ihren Entschluss bereits gefasst: Sie wird Mac auf jeden Fall retten. Als sie sich mit ihrem Fahrrad auf den Weg zum Wald macht, begegnet sie Curtis, einem ihrer Mitschüler. Nachdem Prue ihm erzählt hat, was geschehen ist, schließt er sich ihr an. Doch was die beiden in der undurchdringlichen Wildnis erwartet, hätten sie sich niemals vorstellen können. Plötzlich finden sie sich in einer phantastischen Welt wieder, die von allerlei merkwürdigen und teilweise auch gefährlichen Kreaturen bewohnt wird. Zwischen ihnen herrscht ein erbitterter Krieg, in dessen Zentrum auch Mac steht. Unwillkürlich werden Prue und Curtis in den Kampf hineingezogen und erleben das größte Abenteuer ihres Lebens. „Wildwood“ ist mit knapp 600 Seiten für ein Jugendbuch ziemlich umfangreich. Allerdings ist die Schrift relativ groß und die einzelnen Seiten sind somit eher knapp bedruckt. Auf der Innenseite des Einbandes befindet sich eine Karte der undurchdringlichen Wildnis, die einem beim Lesen einen guten Überblick verschafft. Auch im Innenteil sind zahlreiche Illustrationen, die vom Stil her an alte Kinderbücher erinnern. Schon auf dem Umschlag wird dieser Stil deutlich, der einen beispielsweise an Otfried Preußler oder Astrid Lindgren denken lässt. Meinen persönlichen Geschmack treffen diese Zeichnungen nicht, da sie eher karikaturenhaft wirken. Nichtsdestotrotz treffen sie den Nerv der Geschichte. Diese gleicht im Kern zwar „Alice im Wunderland“, nähert sich atmosphärisch aber eher Büchern wie „Ronja Räubertochter“ und „Krabat“. Während Alice im Wunderland zwar auch gefährlichen, aber vor allem vielen verrückten Figuren begegnet, sind die meisten Kreaturen hier wirklich unheimlich und furchteinflößend, besonders für jüngere Leser. Auch die Beschreibungen des Waldes jagen einem schon mal einen Schauder über den Rücken. Es ist die ideale Kulisse für die fast schon albtraumhafte Geschichte, die der Autor hier entwickelt. Der Wald als Urangst aller Kinder lässt das Geschehen noch skurriler und unheimlicher wirken. Daher würde ich den Roman für ein Publikum von etwa dreizehn bis achtzehn Jahren empfehlen. Für die älteren Leser dieser Gruppe dürfte es allerdings schwierig werden, sich mit den Protagonisten zu identifizieren, da diese sich doch dem Alter entsprechend kindlich verhalten. Sowohl Prue als auch Curtis sind zu Beginn noch regelrecht naiv. Die Gefahren und Herausforderungen, vor die sie im Wald gestellt werden, zwingen die beiden jedoch, im Laufe der Geschichte zu wachsen und eine entscheidende Entwicklung durchzumachen. Darüber hinaus geht es in „Wildwood“ auch nicht wirklich darum, sich in die Charaktere hineinversetzen zu können. Tatsächlich treten die beiden Kinder hier eher in den Hintergrund und fungieren mehr als ausgearbeitete Beobachter des Geschehens. Zwar haben sie eigene Charakterzüge und verändern sich während der Geschichte, doch im Wesentlichen geht es darum, die phantastische Welt der Undurchdringlichen Wildnis durch ihre Augen zu entdecken. Fazit: Die vielzähligen Kreaturen und die Abenteuer, die Prue und Curtis hier erleben, sind alle so gut durchdacht und so voller Phantasie, dass man richtig in der Geschichte versinken kann. Sie entwickelt einen ganz eigenen Charakter – eine Mischung aus Unheimlichem und Faszinierendem – der das Buch so einzigartig macht. Dieser Roman hat das Potenzial, selbst ein Klassiker zu werden.

„Wildwood“ von dem US-amerikanischen Autor Colin Meloy ist im März 2012 in gebundener Form beim Heyne-Verlag erschienen.

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Prue ist zwölf Jahre alt. Als sie auf ihren jüngeren Bruder Mac aufpasst, wird dieser von einer Schar Krähen gepackt und in die undurchdringliche Wildnis getragen. Dieser Wald trägt seinen Namen nicht umsonst. Niemand hat ihn je betreten, da er eine Menge Gefahren birgt. Doch Prue hat ihren Entschluss bereits gefasst: Sie wird Mac auf jeden Fall retten. Als sie sich mit ihrem Fahrrad auf den Weg zum Wald macht, begegnet sie Curtis, einem ihrer Mitschüler. Nachdem Prue ihm erzählt hat, was geschehen ist, schließt er sich ihr an.

Doch was die beiden in der undurchdringlichen Wildnis erwartet, hätten sie sich niemals vorstellen können. Plötzlich finden sie sich in einer phantastischen Welt wieder, die von allerlei merkwürdigen und teilweise auch gefährlichen Kreaturen bewohnt wird. Zwischen ihnen herrscht ein erbitterter Krieg, in dessen Zentrum auch Mac steht. Unwillkürlich werden Prue und Curtis in den Kampf hineingezogen und erleben das größte Abenteuer ihres Lebens.

„Wildwood“ ist mit knapp 600 Seiten für ein Jugendbuch ziemlich umfangreich. Allerdings ist die Schrift relativ groß und die einzelnen Seiten sind somit eher knapp bedruckt. Auf der Innenseite des Einbandes befindet sich eine Karte der undurchdringlichen Wildnis, die einem beim Lesen einen guten Überblick verschafft. Auch im Innenteil sind zahlreiche Illustrationen, die vom Stil her an alte Kinderbücher erinnern. Schon auf dem Umschlag wird dieser Stil deutlich, der einen beispielsweise an Otfried Preußler oder Astrid Lindgren denken lässt. Meinen persönlichen Geschmack treffen diese Zeichnungen nicht, da sie eher karikaturenhaft wirken. Nichtsdestotrotz treffen sie den Nerv der Geschichte. Diese gleicht im Kern zwar „Alice im Wunderland“, nähert sich atmosphärisch aber eher Büchern wie „Ronja Räubertochter“ und „Krabat“.

Während Alice im Wunderland zwar auch gefährlichen, aber vor allem vielen verrückten Figuren begegnet, sind die meisten Kreaturen hier wirklich unheimlich und furchteinflößend, besonders für jüngere Leser. Auch die Beschreibungen des Waldes jagen einem schon mal einen Schauder über den Rücken. Es ist die ideale Kulisse für die fast schon albtraumhafte Geschichte, die der Autor hier entwickelt. Der Wald als Urangst aller Kinder lässt das Geschehen noch skurriler und unheimlicher wirken. Daher würde ich den Roman für ein Publikum von etwa dreizehn bis achtzehn Jahren empfehlen.

Für die älteren Leser dieser Gruppe dürfte es allerdings schwierig werden, sich mit den Protagonisten zu identifizieren, da diese sich doch dem Alter entsprechend kindlich verhalten. Sowohl Prue als auch Curtis sind zu Beginn noch regelrecht naiv. Die Gefahren und Herausforderungen, vor die sie im Wald gestellt werden, zwingen die beiden jedoch, im Laufe der Geschichte zu wachsen und eine entscheidende Entwicklung durchzumachen. Darüber hinaus geht es in „Wildwood“ auch nicht wirklich darum, sich in die Charaktere hineinversetzen zu können. Tatsächlich treten die beiden Kinder hier eher in den Hintergrund und fungieren mehr als ausgearbeitete Beobachter des Geschehens. Zwar haben sie eigene Charakterzüge und verändern sich während der Geschichte, doch im Wesentlichen geht es darum, die phantastische Welt der Undurchdringlichen Wildnis durch ihre Augen zu entdecken.

Fazit: Die vielzähligen Kreaturen und die Abenteuer, die Prue und Curtis hier erleben, sind alle so gut durchdacht und so voller Phantasie, dass man richtig in der Geschichte versinken kann. Sie entwickelt einen ganz eigenen Charakter – eine Mischung aus Unheimlichem und Faszinierendem – der das Buch so einzigartig macht. Dieser Roman hat das Potenzial, selbst ein Klassiker zu werden.

geschrieben am 22.05.2012 | 558 Wörter | 3228 Zeichen

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