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Wunderlicht


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Rezension von

Letterschming

Wunderlicht „Wunderlicht“ von dem US-amerikanischen Autor und Illustrator Brian Selznick ist im MĂ€rz 2012 in gebundener Form beim cbj-Verlag erschienen. Es ist bereits sein fĂŒnfter Roman, den er auch selbst illustriert hat. Es ist das Jahr 1977. Nachdem Bens Mutter gestorben ist, haben seine Tante und sein Onkel ihn aufgenommen. Bei einem Blitzeinschlag verliert Ben sein Gehör. Als er an ein Buch seines Vaters gelangt, findet er Hinweise darauf, dass dieser sich in New York befindet. Er beschließt, ihn um jeden Preis zu finden, und so macht sich der Junge allein auf den Weg in die Metropole. Parallel dazu wird die Geschichte von Rose im Jahr 1927 erzĂ€hlt. Rose ist seit ihrer Geburt taub. Sie lebt bei ihrem Vater, seit die Eltern sich getrennt haben. Ihre Mutter ist ein berĂŒhmter Filmstar in New York und Rose vermisst sie sehr. Und so begibt auch sie sich allein auf die lange Reise. Wie auch in seinen anderen Romanen, hat der Autor in „Wunderlicht“ wieder zahlreiche eigene Illustrationen eingesetzt, die nicht nur die Geschichte begleiten, sondern sie teilweise selbst erzĂ€hlen. So erfahren wir Bens Erlebnisse ganz normale als gedruckten Text, wĂ€hrend wir Roses Geschichte als Bilderserie erzĂ€hlt bekommen, die sich mit dem Text abwechselt. Mehrere Doppelseiten hintereinander widmen sich dieser ungewöhnlichen ErzĂ€hlweise, die an ein Daumenkino erinnert. Die Zeichnungen sind allesamt schwarz-weiß, wie Bleistiftskizzen. Dadurch wirken sie manchmal ein bisschen dĂŒster, aber auch geheimnisvoll und in ihrer Schlichtheit oft viel aussagekrĂ€ftiger als irgendwelche aufwĂ€ndigen Malereien. DafĂŒr sorgt auch das große Talent des Autors, der nicht nur schöne Kulissen schafft, sondern vor allem seinen Figuren große AusdrucksstĂ€rke verleiht. Oft liegen die Zeichnungen im zeitlichen Geschehen sehr dicht beieinander. Teilweise sieht man erstmal auf zwei oder drei Bildern die gleiche Szene, nur dass sich der Ausschnitt jedes Mal vergrĂ¶ĂŸert, als zoomt man mit der Kamera an das Objekt heran. Auch die Geschichte selbst, egal ob in Worten oder Bildern erzĂ€hlt, ist sehr gut gelungen. Es geht hier nicht um reißerische Ereignisse. Stattdessen setzt die Geschichte auf ĂŒberzeugende GefĂŒhle. Die Figuren sind so realistisch und das, was sie erleben, so schön und emotional geschrieben, dass man sich vorstellen kann, es sei wirklich geschehen. Die beiden Protagonisten, Ben und Rose, sind zwar noch jung, aber auf ihre kindliche Art so stark und entschlossen, dass man sie einfach liebgewinnen muss. Zuerst laufen die beiden HandlungsstrĂ€nge parallel zueinander. Zwar werden schnell die vielen Gemeinsamkeiten der Kinder deutlich, aber man muss sich schon bis zum Ende des Buches gedulden, um herauszufinden, wie der Autor die beiden Geschichten letztlich zusammenfĂŒhrt und zu einem wunderschönen Abschluss bringt. Fazit: „Wunderlicht“ ist eine durch und durch verzaubernde Geschichte, sowohl in Worten als auch in Bildern. Die Schicksale der beiden Kinder nehmen einen sofort gefangen und die EinfĂŒhlsamkeit, mit der der Autor ihre Reise schildert, rĂŒhrt einen zutiefst. Auch die Auflösung ist wirklich gut gelungen. Ein rundum empfehlenswerter Roman fĂŒr ein paar zauberhafte Stunden.

„Wunderlicht“ von dem US-amerikanischen Autor und Illustrator Brian Selznick ist im MĂ€rz 2012 in gebundener Form beim cbj-Verlag erschienen. Es ist bereits sein fĂŒnfter Roman, den er auch selbst illustriert hat.

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06.06.2016
4
06.06.2016

Es ist das Jahr 1977. Nachdem Bens Mutter gestorben ist, haben seine Tante und sein Onkel ihn aufgenommen. Bei einem Blitzeinschlag verliert Ben sein Gehör. Als er an ein Buch seines Vaters gelangt, findet er Hinweise darauf, dass dieser sich in New York befindet. Er beschließt, ihn um jeden Preis zu finden, und so macht sich der Junge allein auf den Weg in die Metropole.

Parallel dazu wird die Geschichte von Rose im Jahr 1927 erzĂ€hlt. Rose ist seit ihrer Geburt taub. Sie lebt bei ihrem Vater, seit die Eltern sich getrennt haben. Ihre Mutter ist ein berĂŒhmter Filmstar in New York und Rose vermisst sie sehr. Und so begibt auch sie sich allein auf die lange Reise.

Wie auch in seinen anderen Romanen, hat der Autor in „Wunderlicht“ wieder zahlreiche eigene Illustrationen eingesetzt, die nicht nur die Geschichte begleiten, sondern sie teilweise selbst erzĂ€hlen. So erfahren wir Bens Erlebnisse ganz normale als gedruckten Text, wĂ€hrend wir Roses Geschichte als Bilderserie erzĂ€hlt bekommen, die sich mit dem Text abwechselt. Mehrere Doppelseiten hintereinander widmen sich dieser ungewöhnlichen ErzĂ€hlweise, die an ein Daumenkino erinnert.

Die Zeichnungen sind allesamt schwarz-weiß, wie Bleistiftskizzen. Dadurch wirken sie manchmal ein bisschen dĂŒster, aber auch geheimnisvoll und in ihrer Schlichtheit oft viel aussagekrĂ€ftiger als irgendwelche aufwĂ€ndigen Malereien. DafĂŒr sorgt auch das große Talent des Autors, der nicht nur schöne Kulissen schafft, sondern vor allem seinen Figuren große AusdrucksstĂ€rke verleiht. Oft liegen die Zeichnungen im zeitlichen Geschehen sehr dicht beieinander. Teilweise sieht man erstmal auf zwei oder drei Bildern die gleiche Szene, nur dass sich der Ausschnitt jedes Mal vergrĂ¶ĂŸert, als zoomt man mit der Kamera an das Objekt heran.

Auch die Geschichte selbst, egal ob in Worten oder Bildern erzĂ€hlt, ist sehr gut gelungen. Es geht hier nicht um reißerische Ereignisse. Stattdessen setzt die Geschichte auf ĂŒberzeugende GefĂŒhle. Die Figuren sind so realistisch und das, was sie erleben, so schön und emotional geschrieben, dass man sich vorstellen kann, es sei wirklich geschehen. Die beiden Protagonisten, Ben und Rose, sind zwar noch jung, aber auf ihre kindliche Art so stark und entschlossen, dass man sie einfach liebgewinnen muss.

Zuerst laufen die beiden HandlungsstrĂ€nge parallel zueinander. Zwar werden schnell die vielen Gemeinsamkeiten der Kinder deutlich, aber man muss sich schon bis zum Ende des Buches gedulden, um herauszufinden, wie der Autor die beiden Geschichten letztlich zusammenfĂŒhrt und zu einem wunderschönen Abschluss bringt.

Fazit: „Wunderlicht“ ist eine durch und durch verzaubernde Geschichte, sowohl in Worten als auch in Bildern. Die Schicksale der beiden Kinder nehmen einen sofort gefangen und die EinfĂŒhlsamkeit, mit der der Autor ihre Reise schildert, rĂŒhrt einen zutiefst. Auch die Auflösung ist wirklich gut gelungen. Ein rundum empfehlenswerter Roman fĂŒr ein paar zauberhafte Stunden.

geschrieben am 06.05.2012 | 478 Wörter | 2748 Zeichen

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