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Yoga für gesunde Gelenke: Der Übungsplan gegen Gelenkbeschwerden


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Rezension von

Ragan Tanger

Yoga für gesunde Gelenke: Der Übungsplan gegen Gelenkbeschwerden Funktioneller Extrakt des Göttlichen Die spirituelle Seite des Yoga wird zwar von vielen Anwendern geschätzt, selten aber nur konsequent umgesetzt. Das ist nur allzu verständlich, denn das tiefere Wesen dieser Bewegungskunst ist untrennbar mit höchsten religiösen Vorstellungen verknüpft. Zustände des Samadhi, der Erleuchtung, sind der eigentliche Beweggrund dieser Technik, aber in der westlichen Welt alles andere als integriert. Geht man verantwortlich und konsequent mit dieser Tatsache um, so ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich vor allen Dingen mit den funktionellen Aspekten dieser Bewegungsform auseinandersetzt, um deren Potential in den therapeutischen Kontext unserer Medizinversorgung einzubauen. Der Inder Swami Maheshwarananda lebt seit 1972 in Europa und hat sein Leben der humanitären Hilfe durch Yoga gewidmet. Seine Arbeiten kann er seit vielen Jahren produktiv im Bildungs- und Gesundheitssystem umsetzen, als Dank erhielt er 1993 den Ehrentitel der Universität von Neu-Dehli, Doktor of Yoga. Vor fast zwanzig Jahren erschien dieses Buch zum ersten Mal in Deutschland, nun kommt die dritte Auflage im Maudrich-Verlag auf den Angebotstisch und sie kann auch heute noch überzeugen. Doch auch einige mittlerweile als überholt zu nennende Bewegungsvorstellungen kommen zum Tragen, dazu später mehr. Der Aufbau des Buches ist professionell und intelligent. Nach einer profunden Einleitung, in der der orthopädische Aufbau der Gelenke erklärt wird und mögliche Ursachen der Überbelastung (auch durch falsche Ernährung) aufgezeigt werden, werden zunächst Entspannungs- und Atemübungen erklärt. Wie alle folgenden Übungen auch mit sehr sympathischen Zeichnungen, die nachvollziehbar sind und vor allen Dingen keine visuelle Beanspruchung beinhalten (also keine besonders gelenkigen Supermodels, wie so häufig in den meisten Büchern). Hand- und Finger-, Ellenbogen-, Schulter-, Zehen- und Fuss-, Knie- und Hüftgelenke sind die sechs großen Einzelkapitel, die nicht nur orthopädisch und medizinisch gekonnt eingeleitet werden, sondern auch mit Übungen vorgestellt werden. Jeder Bereich kann mit einem vorbereitenden oder fortgeschrittenen Übungsprogramm direkt ausprobiert werden. Es wird zumeist das dynamische Yoga vorgeschlagen, mit sanften Anweisungen, immer anwendungsbezogen, mit dem Atemrhythmus koordinierend sowie die Wirkungsweisen und besonderen Hinweise jeder Übung beachtend, dabei auch grafisch ordentlich illustriert. Absolut empfehlenswert. Was eben schon angesprochen wurde, sind Anweisungen, wie den Rücken im Liegen ganz auf den Boden zu pressen (eine anatomische Unmöglichkeit und alles andere als ein Segen für die Bandscheibe) und der häufige Einsatz von Bauch- und Beckenbodenmuskeln, das Gegenteil. Das ist nicht mehr der orthopädische Standard und sollte gewissenhaft ausgeklammert werden. Das aber sind Kleinigkeiten, der Rest ist empfehlenswert. Vor allen Dingen werden mit Hilfe dieses Buches Gelenke, ihre Funktionen und ihre Schwierigkeiten leiblich erfahrbar. Kein überzogener Ehrgeiz, kein falsches Verständnis von Bewegung, sondern vorsichtiges und sauberes Bewegen. Dass ein Großteil der Übungen auch als ganz normale Funktionsgymnastik durchgehen würde, ist ja gerade der eingangs erwähnte Clou: Sich vom spirituellen Überbau nicht freimachen, aber zumindest wissen, wann und was man diesbezüglich verwenden kann. Was übrig bleibt, sind anregende, belebende, heilende und funktionelle Bewegungsanweisungen in einem medizinischen Umfeld, die für jedermann leicht zu erlernen sind.

Funktioneller Extrakt des Göttlichen

Die spirituelle Seite des Yoga wird zwar von vielen Anwendern geschätzt, selten aber nur konsequent umgesetzt. Das ist nur allzu verständlich, denn das tiefere Wesen dieser Bewegungskunst ist untrennbar mit höchsten religiösen Vorstellungen verknüpft. Zustände des Samadhi, der Erleuchtung, sind der eigentliche Beweggrund dieser Technik, aber in der westlichen Welt alles andere als integriert. Geht man verantwortlich und konsequent mit dieser Tatsache um, so ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich vor allen Dingen mit den funktionellen Aspekten dieser Bewegungsform auseinandersetzt, um deren Potential in den therapeutischen Kontext unserer Medizinversorgung einzubauen.

Der Inder Swami Maheshwarananda lebt seit 1972 in Europa und hat sein Leben der humanitären Hilfe durch Yoga gewidmet. Seine Arbeiten kann er seit vielen Jahren produktiv im Bildungs- und Gesundheitssystem umsetzen, als Dank erhielt er 1993 den Ehrentitel der Universität von Neu-Dehli, Doktor of Yoga. Vor fast zwanzig Jahren erschien dieses Buch zum ersten Mal in Deutschland, nun kommt die dritte Auflage im Maudrich-Verlag auf den Angebotstisch und sie kann auch heute noch überzeugen. Doch auch einige mittlerweile als überholt zu nennende Bewegungsvorstellungen kommen zum Tragen, dazu später mehr.

Der Aufbau des Buches ist professionell und intelligent. Nach einer profunden Einleitung, in der der orthopädische Aufbau der Gelenke erklärt wird und mögliche Ursachen der Überbelastung (auch durch falsche Ernährung) aufgezeigt werden, werden zunächst Entspannungs- und Atemübungen erklärt. Wie alle folgenden Übungen auch mit sehr sympathischen Zeichnungen, die nachvollziehbar sind und vor allen Dingen keine visuelle Beanspruchung beinhalten (also keine besonders gelenkigen Supermodels, wie so häufig in den meisten Büchern). Hand- und Finger-, Ellenbogen-, Schulter-, Zehen- und Fuss-, Knie- und Hüftgelenke sind die sechs großen Einzelkapitel, die nicht nur orthopädisch und medizinisch gekonnt eingeleitet werden, sondern auch mit Übungen vorgestellt werden.

Jeder Bereich kann mit einem vorbereitenden oder fortgeschrittenen Übungsprogramm direkt ausprobiert werden. Es wird zumeist das dynamische Yoga vorgeschlagen, mit sanften Anweisungen, immer anwendungsbezogen, mit dem Atemrhythmus koordinierend sowie die Wirkungsweisen und besonderen Hinweise jeder Übung beachtend, dabei auch grafisch ordentlich illustriert. Absolut empfehlenswert. Was eben schon angesprochen wurde, sind Anweisungen, wie den Rücken im Liegen ganz auf den Boden zu pressen (eine anatomische Unmöglichkeit und alles andere als ein Segen für die Bandscheibe) und der häufige Einsatz von Bauch- und Beckenbodenmuskeln, das Gegenteil. Das ist nicht mehr der orthopädische Standard und sollte gewissenhaft ausgeklammert werden.

Das aber sind Kleinigkeiten, der Rest ist empfehlenswert. Vor allen Dingen werden mit Hilfe dieses Buches Gelenke, ihre Funktionen und ihre Schwierigkeiten leiblich erfahrbar. Kein überzogener Ehrgeiz, kein falsches Verständnis von Bewegung, sondern vorsichtiges und sauberes Bewegen. Dass ein Großteil der Übungen auch als ganz normale Funktionsgymnastik durchgehen würde, ist ja gerade der eingangs erwähnte Clou: Sich vom spirituellen Überbau nicht freimachen, aber zumindest wissen, wann und was man diesbezüglich verwenden kann. Was übrig bleibt, sind anregende, belebende, heilende und funktionelle Bewegungsanweisungen in einem medizinischen Umfeld, die für jedermann leicht zu erlernen sind.

geschrieben am 07.01.2012 | 474 Wörter | 3059 Zeichen

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